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Ein Blick auf die Süd Afrikanische Geschichte
Ein Überblick des Lebens Mandelas
Mandela als politischer Gefangener
Der Weg zur demokratischen Republik
Mandela als Staatspräsident
Truth and Reconciliation Commission
Die Gefängnisinsel


Die Autoren



Eine neue Ära beginnt

       Am 10. Mai 1994 wurde Nelson Mandela Präsident der Republik Südafrika. Viele Abgesandte aus 170 verschiedenen Ländern strömten nach Südafrika, um zu sehen, wie der berühmte ehemalige Gefangene zum Präsidenten vereidigt wurde. Die neue Demokratie hatte eine neue Flagge, eine neue Nationalhymne und einen neuen Präsidenten. Das Land und seine Leute hatten Hoffnung, dass die Zukunft viel besser als die schwierige und schmerzhafte Vergangenheit sein würde. Diese Zukunft zu erbauen würde allerdings nicht leicht sein: Ein Anfang eines neuen "Kampfes".

Viele vertrauten und respektierten Mandela und man hoffte, dass er diese Schlacht auch noch gewinnen könnte. Bei seiner Amtseinführung sagte Mandela: "Aus der Erfahrung eines außerordentlichen menschlichen Unglücks muss eine neue Gesellschaft entstehen, auf welche alle Menschen stolz sein können." Es gab viele Hindernisse, die man überwinden musste. Die Struktur der Apartheid war in 46 Jahren gefestigt worden und davor hatten Kolonialmächte den Weg für die Apartheid geebnet.

Eine Regierung der nationalen Einheit (Government of National Unity - GNU) wurde gegründet. Die alten Strukturen der Apartheid sollten durch diese Regierung verändert werden. So wurden z.B. die ehemaligen "Homelands" abgeschafft und neun neue Provinzen ins Leben gerufen. Diese GNU hatte vor, die Unterschiede



zwischen Wohlstand und Armut zu verringern und die Lebensbedingungen der weißen und schwarzen Südafrikanern anzugleichen. Die Regierung begann, Veränderungen durchzuführen: Krankenpflege und erweiterte Bildungs-möglichkeiten wurden für Unterprivilegierte eingeführt. Häuser wurden gebaut, um Elendsviertel zu ersetzen. Die Menschen wurden allerdings sehr ungeduldig, weil Reformen nicht schnell genug stattfanden. Mandela rief zur Geduld auf. Er versuchte nicht nur, die Lebensbedingungen der meisten Menschen zu verändern, sondern er plante auch eine nationale Versöhnung. Er fand es wichtig, den Weißen klarzumachen, dass sie keineswegs unter der neuen Regierung leiden müssten. Weiße Südafrikaner sollten auch ihre Fehler der Vergangenheit eingestehen, so dass es Verständnis und Vergebung geben konnte. Mit der Beruhigung der Weißen war er erfolgreich: Z.B. plante er ein Versöhnungsmittagessen, zu dem er die Frauen und Witwen der ehemaligen Apartheidsanführer und schwarzer Aktivisten einlud. Er hoffte, dass beide Seiten sich dadurch gegenseitig besser verstehen würden.

Er lud auch Percy Yutar ein, den Ankläger des Rivonia Gerichtsverfahrens. Nachdem dieser Richter die Gruppe der ANC-Aktivisten mit Nelson Mandela zu lebenslänglichem Freiheitsentzug verurteilt hatte, sagte er, dass er enttäuscht war, dass sie nicht erhängt werden würden. Er war nicht nur erstaunt, dass er mit dem Präsidenten zum Mittagessen ging, sondern auch, dass Mandela keinen Hass gegen ihn zeigte.

Eine andere wichtige Sache, durch die Mandela die weißen Südafrikaner beruhigte, hatte mit dem World Cup Rugby Wettkampf 1995 zu tun. Nachdem Mandela freigelassen wurde, ließ die Welt wieder südafrikanische Sportler und Sportlerinnen an Sportwettkämpfen teilnehmen und das Land war darüber sehr erfreut. Mandelas zweiter Teil der Versöhnungsstrategie beinhaltete die Erstellung der "Wahrheits- und Versöhnungskomission" (Truth and Reconciliation Commission - TRC). Die TRC konnte Zeugen aufrufen und Anhörungen über die Aktivitäten von Einzelnen während des Apartheidregimes abhalten. Die Idee dieses Vorgehens war, Gewalt gegen Mitmenschen zu gestehen und Begnadigung zu erbitten.

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