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Kämpfen mit Zulus und Ndebele gründeten sie
die unabhängigen Staaten Transvaal (1852) und Oranje-Vrystaat (1852) im Norden des Landes.
Die Farmer, welche sich selbst als "Afrikaaner" bezeichneten, mussten die
britische Oberherrschaft anerkennen, wurden aber als Führer der in die
Südafrikanische Union zusammengeschlossenen Burenstaaten eingesetzt. Durch
die in dem calvinistischen Glauben wurzelnde Überzeugung, sie seien ein
auserwähltes Volk mit göttlicher Sendung, welches sich die primitiven Schwarzen
zum Untertan machen solle, entwickelten sie innerhalb kurzer Zeit das
Apartheidsystem, die weitgehende Trennung der Rassen. Bereits 1911, drei Jahre
vor der Gründung des Hauptträger der Apartheid, der "Nasionale Party", wurden
die bestbezahlten Arbeitplätze für Weiße reserviert. Kurz darauf begann die
Landenteignung der Schwarzen und deren Verteilung in Reservate. In den
Zwanzigerjahren wurden Umsiedlungen in die Städte für Schwarze eingegrenzt,
getrennte Wohnorte wurden etabliert und weiße Arbeitsplätze stark
subventioniert. Vollständig ausgebaut wurde das Apartheidsystem jedoch erst unter
Malan und Verwoerd. Ab 1950 wurde die Bevölkerung amtlich in vier Kategorien unterteilt:
Weiße, Mischlinge, Asiaten und Schwarze. Das Verbot von Mischehen und
Geschlechtsverkehr zwischen Weißen und Nichtweißen, die Zuweißung bestimmter
Wohngebiete, Rassentrennung im Schulwesen, bei Sport und kulturellen
Veranstaltungen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Badestränden, Toiletten, Bänken,
Restaurants, Behörden und Parks wurden gesetzlich eingeführt. 1959 wurde das
Wahlrecht der Schwarzen, 1968 das der Mischlinge entzogen.
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Der "African National Congress" wurde 1912 als wichtigste Widerstands-
bewegung der Schwarzen gegründet. In den ersten Jahrzehnten agierten die
Vertreter gewaltlos mit Protesten, Petitionen, Flugblättern, usw. Es folgten
beabsichtigte Übertretungen der Apartheidgesetze. Der nach 1948 wachsende
Widerstand wurde durch die Regierung unterdrückt und 1950 wurde gegen den
kommunistischen Einfluss auf den ANC ein Gesetz erlassen. Somit hatte die
Apartheid unabsichtlich auch die USA als Vertreter des Westen im "Kalten Krieg"
auf ihre Seite gezogen. Es wurde jegliche Opposition erstickt und die meisten der
ANC-Führer, u.a. Nelson Mandela, wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch der
ANC kämpfte aus dem Untergrund und Exil weiter. In den Siebzigerjahren bekam
der Protest eine neue Welle durch eine wirtschaftliche Krise und verschlechterten
Lebensbedingungen der Schwarzen. Eine 100 000 Arbeiter starke Streikserie in
Durban 1973 und monatelange Schüler- und Studentenaufstände, die brutal durch
die Polizei niedergeschlagen wurden, erregten weltweites Aufsehen. Auch die
Wirtschaft litt unter den Boykotten und Streiks.
Deshalb wurde in den Achtzigern unter P. W. Botha die Apartheid "modernisiert".
Das hieß die Entschärfung der Situation durch die Abschaffung einiger
rassistischer Gesetze, auf anderer Seite jedoch die Zementierung der weißen
Vorherrschaft durch neue Gesetzte. Weitere blutige Auseinandersetzungen
erschütterten das Land. Die 1989er Wahlen wurden von einem Generalstreik
begleitet, der durch den ANC und die "United Democratic Front", ein
Zusammenschluss von rund 700 kommunalen, kirchlichen und gewerkschaftlichen
Oppositionen, organisiert wurde. Zusätzlich gab es gewaltsame
Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Anhängern des nach
Selbständigkeit strebenden Königs der Zulu, welcher sogar bei den Weißen Unterstützung suchte, um
seine Ziele zu erreichen.
Der neugewählte Staatspräsident F. W. de Klerk entschloss sich, mit dem ANC ein Einverständnis zu finden. Alle politischen Gefangenen wurden freigelassen und die diskriminierenden Gesetze abgeschafft, sodass ein Neuanfang begonnen werden konnte. Nach den ersten demokratischen Wahlen Südafrikas 1994 wurde Nelson Rolihlahla Mandela als erster schwarzer Staatspräsident vereidigt. |
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