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Ein Blick auf die südafrikanische Geschichte
Ein Überblick des Lebens Mandelas
Mandela als politischer Gefangener
Der Weg zur demokratischen Republik
Mandela als Staatspräsident
Truth and Reconciliation Commission
Die Gefängnisinsel


Die Autoren



"Die Wahrheits- und Versöhnungskommission"

       Die "Truth and Reconciliation Commission" wurde am 15. April 1996 gegründet und, unter der Aufsicht des Südafrikanischen Erzbischof Desmond Tutu, mit 17 Mitglieder "ausgerüstet". Das Hauptziel der Kommission war, die Wahrheit vergangener Unmenschlichkeiten und Ungerechtigkeiten der Unterdrücker an die Öffentlichkeit zu bringen und hiermit die Menschenrechte zu verstärken und zu verbessern.

Während Deutschland zur Zeit des Nürnberger Prozesses als solches gar nicht bestand, sondern zerstört und zertrümmert am Boden lag, war Südafrika mit der Gründung der Kommission bereits auf dem Weg der Versöhnung und des Umbaus der Gesellschaft. In Südafrika vermied man die Unterteilung in Triumphanten und Besiegte, um der Verbrüderung kein weiteres Hindernis zu stellen. Obwohl mehrfache Protestaktionen aufflammten, die die Bestrafung der weißen Missetäter forderten, mahnte vor allen Präsident Nelson Mandela, dass sich das Südafrikanische Volk von der Vergangenheit abgrenzen und nicht die gleichen Fehler begehen soll. Die Schuldigen wurden also, im Gegensatz zu Nürnberg, nicht vor ein Tribunal oder Gericht gestellt, sondern waren aufgefordert, Motive, Antrieb, Vorgehensweisen und bestimmte Ereignisse der Apartheid-Ära zu erläutern und erklären. Meistens, wenn nicht immer, erhielten die, die sich meldeten und ihre Geschichte des Unrechts anerkannten, Amnestie, also eine Begnadigung.



Der Grundgedanke der Kommission lautete: "Vergeben ohne zu vergessen." Natürlich fiel dies der Mehrzahl der Opfer nicht leicht, und viele können selbst heute die Misshändler und Mörder ihrer Familienmitglieder nicht der Schuld entlassen. Trotzdem ist die Kommission einer der wirkungsvollsten Schritte Richtung Versöhnung. Man kann niemandem vergeben, wenn man nicht weiß, wofür. Zudem ist es unmöglich die Gnade eines anderen anzunehmen, ohne sich vorher selbst mit der Situation und des Falschseins seiner Aktionen und Taten auseinandergesetzt zu haben und diese herzlich zu bereuen. Die Kommission gab den "Tätern" die Gelegenheit dieser Besinnung und die Chance, durch die Hilfe beim Aufbau des Neuen Südafrika, ihre Verbrechen "wett" zu machen. Hierdurch wird das Schuldgefühl zwar erregt, es wird der weißen Rasse aber nicht als jahrelange Bürde auferlegt. Der Fokus zentrierte sich hier nicht auf den Täter, sondern auf die Opfer und deren Genesung.

"Die Demokratie ist der beste Weg der Wiedergutmachung."

Doch nicht nur dem Volk sollten Reparationen zu Gunsten kommen, sondern auch den individuellen Opfern von Menschenrechtsverstößen.

Das Ziel war, eine gerechte Gesellschaft zu erschaffen, "ohne menschenrechtliche Verstöße." Es gab die Hoffnung, dass "am Ende dieses Prozesses das Südafrikanische Volk weiser sein wird und es möglich ist, mit gegenseitigem Vertrauen und dem Glauben an das Vermögen unser selbst, eine blühende, friedvolle und gerechte Gesellschaft zu schaffen."

Eine vom Fernsehen übertragene Anhörung bleibt in Erinnerung: einer Gruppe Mütter, deren Söhne während der Apartheid ums Leben gekommen waren, wurde eine Videoaufnahme der Folterungen der Söhne vorgeführt, doch bereits nach einigen Sekunden brachen sie in ein schmerzvolles Schreien und Weinen aus. Mehrere Male wurde versucht, das Video weiterzuführen, doch ohne Erfolg. Schock, Schmerz, Angst und Hass lagen zu tief und trotzdem konnten 4 von 5 Müttern, deren Kinder brutal zu Tode gefoltert wurden, vergeben. Dies ist äußerst bewundernswert und für viele unverständlich. Doch in dieser Fähigkeit lag die Zukunft Südafrikas.

Das bestätigte und neu gelernte Wissen entspannte endlich die Situation und erlaubte dem Neuaufbau in die Mitte zu rücken. Der Mensch fürchtet das Unbekannte. Das Kennenlernen dessen bringt Erleichterung mit sich und befreit den Menschen. Südafrika litt für die Menschlichkeit. Diese Hingabe sollte respektiert werden und "jegliche Menschenrechtsverletzung soll eine weichende Erinnerung der Vergangenheit sein, um niemals wiederzukehren."

Die "Truth and Reconciliation Commission" beinhaltet einen riesigen Fortschritt des Menschenrechts und des Menschentums. Welch eine Kraft und Überzeugung an das Gute muss vorhanden sein, um seinem langjährigen Feind, der gemordet, vergewaltigt, missbraucht, erniedrigt und unterdrückt hat, vergeben zu können. Gewalt und Hass kann man nicht mit Gewalt und Hass bekämpfen. Genau das haben Mandela und seine Begleiter erkannt und verstanden. Ohne diese Weitsichtigkeit wäre ein versöhntes Land, in dem jeder stolzer Mitbewohner ist, nicht möglich gewesen.

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