Die
Schülerin Alice Goldstein Dreifuß
ihr erster Besuch in Deutschland seit 61 Jahren.
In
einer Einladung von Frau Dienst Demuth an die Geschichts
AG steht zu lesen:
Einladung am 24.Mai 2002: Einen Tag in Freiburg mit Frau Alice Goldstein,
geb. Dreifuß und deren Tochter aus den USA verbringen zusammen
mit anderen.
Frau Goldstein wurde 1931 in Kenzingen geboren. Ihre Familie stammte
aus Altdorf
bei Ettenheim und war dort mindestens 200 Jahre lang ansässig.
Von Beruf ist sie wie ihre Tochter Demografin. Sie recherchierte über
das katholisch
jüdische Zusammenleben in Altdorf und will am 22.in Emmendingen
und am 25.Mai 02
in Altdorf einen Vortrag halten (in Kenzingen am 23.5.).
Frau Goldstein kommt zum allerersten Mal nach ihrer Emigration im Jahre
1939 (USA)
nach Deutschland zurück.
Sie wurde als Kind an Ostern 1938 in Freiburg wahrscheinlich in eine
der zwei
jüdischen Klassen eingeschult, die im Gebäude
der Lessing-Volksschule untergebracht
waren. Vermutlich zog sie dann nach der Reichspogromnacht am 9./10.Nov.
1938 bald
(Ostern 1939) mit ihrer Klasse in einen Raum der jüdischen Gemeinde
Freiburg um. In
ihrer Freiburger Schulzeit (die ersten 2 bis 3 Schuljahre bis 1939 ?)
wohnte sie bei ihren
Großeltern Anna Valfer (geb. 29.10.1874) und Sigmund Valfer (geb.
14. 04. 1877) in
der Eisenbahnstr. 6 (FR). Diese wurden am 22. Okt. 1940 nach Gurs deportiert
und
später in Ausschwitz-Birkenau ermordet (Quelle: Verzeichnis der
am 22. Oktober 1940
aus Baden ausgewiesenen Juden, S.19).
Ich als Geschichtslehrerin an der Lessing- Realschule und 2 Schülerinnen
der
Geschichte-AG der Klasse 9b sind eingeladen, am Freitag, den 24. Mai
2002 einen Tag
mit Frau Goldstein, ihrer Tochter und anderen in Freiburg zu verbringen.
Die Ge-AG
arbeitet an dem Thema Schule für jüdische Kinder in
der Lessingschule 1936-1938.
Wir wollen den Gästen aus den USA die Lessing Realschule
(vielleicht auch
Lessing-Förderschule) zeigen, weil wir interessiert daran sind
zu wissen, in welchen
Räumen der Lessingschule die jüdische Schule untergebracht
war. Auch suchen wir
Namen der Schüler/innen, die diese Klassen besucht haben, denn
wir wollen die
Erinnerung an sie und
ihre Schicksale wach halten.
Weitere Programmpunkte waren:
Besuch beim Stadtarchiv, Grünwälderstraße, 10 Uhr
Besichtigung des Hauses der Großeltern (10.00h),
Mittagessen (12.00h)
Stadtrundgang, evtl.Besuch des damaligen Schulgebäudes (13.30 Uhr)
Besuch der Synagoge, um den Schappes, den Sabath zu feiern (19.00h???)