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Ralph Eisemann kam mit seiner Frau Beate im November 1998 auf Einladung der Stadt Breisach in seine Heimatstadt, um an der Einweihung des mit einem Mahnmal gestalteten Synagogenplatzes teilzunehmen. Er gehörte zu einer kleinen Gruppe von Überlebenden des Holocaust, die am 10. 11. 1998 sechzig Jahre nach der Zerstörung der Synagoge durch die Nationalsozialisten der Opfer gedenken wollten. Hier lernte Ralph Eisemann Christiane Walesch-Schneller kennen und gab ihr einige Dokumente, die helfen sollten, Recherchen über seine Familiengeschichte anzustellen. Zu diesen Dokumenten gehörte das Entlassungs-Zeugnis, das er 1938 von der Grund- und Hauptschule Freiburg im Breisgau bekommen hatte. Das Wissen von der Klasse mit jüdischen Schülern wurde von Else Pripis-Geismar aus Jerusalem im September 2001 bestätigt.
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Kindheit und
Jugend in Breisach.
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| Am
10. November 1938 endet das Familienleben von
unterrichtete er hebräisch. Die Kinder bereitete er fürihre Bar Mizwa vor, den Aufnahmeritus für jüdische Knaben in die Gemeinde, wenn sie das Alter von 13 Jahren erreichten. Er war ein einfallsreicher und ergreifender Prediger bei seiner Aufgabe, mit seinen Gemeindemitgliedern die bedeutungsvollsten Momente in ihren Leben feierlich zu begehen: Geburten, Hochzeiten, Beerdigungen. Ich war nicht überrascht, als ich erfuhr, dass er während er in Dachau gefangen war viele ermutigende Ansprachen hielt, um den Glauben und die Hoffnung seiner Mitgefangenen zu stärken.
Michael Eisemann
war gehalten, den Gottesdienst am Sabbat, am Samstag, kurz
Am 1. Februar
1939 starb er im Krankenhaus. Seine Beerdigung fand am nächsten
Ralph Eisemann
als Hilfsvorbeter in Breisach
Krieg schickte er seinem Bruder in New York ein Foto, das an der Klagemauer in Jerusalem auf genommen wurde. Man sieht ihn mit den Gebetsriemen eines gläubigen Juden. Ludwig hatte 4 Kinder, er starb 1992 in Jerusalem, seine Frau etwas später.
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Ralph
Eisemann gelingt die Flucht
Auf die Frage von
Breisacher Realschülern Wie haben Sie ihre Flucht erlebt bzw.
arbeiten sollte. Ich habe das getan als Dank, dass mich das Land aufgenommen hatte. 1947 beschloss ich nach Amerika auszuwandern. Aus zwei Gründen: 1. Ich konnte in Palästina kein Leben aufbauen. Es war sehr schwer, dort ein Leben zu führen. Man will ja die nächste Stufe erreichen. 2. Der andere Grund, warum ich auswandern wollte, war, weil meine Mutter in der Zwischenzeit in Amerika angekommen war, die ich seit sieben Jahren nicht mehr gesehen hatte. Von 1939 bis 1947 hatte ich keine Verbindung mit meiner Mutter. Ich kam 1947 in den USA an, - nur mit Schulden von der Reise. Aber ich muss sagen, das Land war sehr gut zu mir. Mein Onkel, der Deutschland im Jahre 1929 verlassen hatte, hatte sein eigenes Geschäft in New York, ein Fleischgeschäft, und er fragte mich, ob ich bei ihm arbeiten möchte. Ihr könnt euch doch gut vorstellen, bis 1947 hatte ich nicht mal einen Pfennig in der Hose, und ich habe beschlossen, für ihn zu arbeiten. Und so hatte ich ein ziemlich gutes Leben. Drei Jahre später ich hatte einen Freund aus Bad Orb, ein christlicher Junge, der auch in den USA wohnte. Er hatte mit seinen Eltern ein Hotel in Bad Orb gehabt. Er fragte mich, ob ich mit ihm ein Geschäft aufmachen würde. Und da hab ich mir das gut über- legt und sagte zu ihm: Auch wenn ich für meinen Onkel arbeite, können wir das tun! So verließ ich das Geschäft meines Onkels und wir eröffneten unser eigenes Geschäft. Wir waren sehr erfolgreich und nach 38 Jahren habe ich es verkauft. *) Von der Jahreswende 1939/40 an waren die Flüchtlinge in Kladovo, einem kleinen Ort östlich von BELGRAD, steckengeblieben. Ungefähr 200 Jugendliche wurden gerettet und konnten am 16. 3. 1941 die Flucht nach Palästina fortsetzen. G. Anderl und W. Manoscheck haben die Geschichte erforscht und aufgeschrieben. Anmerkung von C. Walesch-Schneller |
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| Besuche
in Breisach Die Stadt Breisach sowie der neugegründete Förderverein hat mich, meine Frau und Tochter mit offenen Armen aufgenommen und für das bin ich äußerst dankbar, und das werde ich nie vergessen. Diese Worte waren während der Woche der Begegnung im Jahr 2ooo bei einem Zeitzeugenvortrag an Breisacher Realschüler gerichtet. Am 1o.November 1998 besuchte er Breisach, seine alte Heimat, anlässlich der 6o. Wiederkehr des Pogroms und der Einweihung des neugestalteten Synagogenplatzes. Dort sprach er öffentlich und nahm an einer Podiumsdiskussion in der Hugo-Höfler-Real- schule teil. Ein intensiver Prozess des Forschens und Aufarbeitens seiner Familien- und Verfolgungs- geschichte begann mit der Unterstützung durch Breisacher Freunde. Im Juni 1999 war er wieder in Breisach diesmal mit seiner Frau Beate und ihren drei Enkelinnen Elisabeth (18) und Kim (16) Ehrlich aus Richfield, Connecticut, und Lauren Sonkin (15) aus New York. Fünf Monate später, am 10. November 1999, wurde der Förderverein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus Breisach gegründet, der inzwischen ein Ziel erreicht hat: Im Juli 2000 kaufte der Verein das mehr als 300 Jahre alte Haus, um darin nach seiner Restaurierung eine Begegnungsund Gedenkstätte einzurichten. Im Oktober kamen vierzig jüdische Überlebende mit ihren Angehörigen auf Einladung der Stadt und des Fördervereins zu einer Woche der Begegnung nach Breisach, um der Deportation ihrer Angehörigen am 22. Oktober 1940 zu gedenken. Sie trafen sich im Ehemaligen Jüdischen Gemeindehaus, um mit der Erforschung der Geschichten ihrer Familien zu beginnen. Im ehemaligen Betsaal der Gemeinde leitete Ralph Eisemann, der dort als Jugendlicher an die Stelle seines Vaters treten mußte, einen Gottesdienst. |
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Ausblick
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des Fördervereins Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus Breisach
e.V. Wir
freuen uns auf den Besuch von Ralph Eisemann und seiner Familie! |
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