« Zurück zur Hauptübersicht

 

Christoph Peter - Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg

 

 

1. Einleitung


In der Öffentlichkeit ist wenig über den Zweiten Weltkrieg in Jugoslawien bekannt, doch Jugoslawien war einer der brutalsten Schauplätze des Zweiten Weltkrieges überhaupt. Nachdem Hitler und seine Verbündeten Jugoslawien eingenommen hatten und das Land unter den Siegern aufgeteilt war, bildeten sich zwei Widerstandsgruppen gegen die Besatzer, die kommunistischen Partisanen und die königstreuen Tschetniks. Sie lieferten sich in einem grausamen Guerilla-Krieg harte Schlachten mit den Deutschen, aber auch untereinander gab es blutige Gefechte, welche an Grausamkeit kaum zu übertreffen waren, so dass es ein Kampf jeder gegen jeden war. Letztendlich gelang es den Partisanen, sich gegen die Besatzer und die Tschetniks durchzusetzen und Jugoslawien von den Deutschen zu befreien. Ein Großteil des Volkes beteiligte sich an den Widerstandskämpfen. 
Heutzutage wird in den Geschichtsbüchern der Krieg sehr einseitig dargestellt. Kaum jemand zweifelt das Verhalten der Partisanen während des Krieges an, nur von dem brutalen Verhalten der Deutschen wird berichtet. Doch auch die Partisanen verhielten sich während des Krieges nicht korrekt und ließen sich vor allem am Ende des Krieges mit schrecklichen Terrorakten einiges zu Schulden kommen, worüber aber meistens geschwiegen wird. Mit der Hausarbeit soll auch in diesem Bereich etwas Licht ins Dunkel gebracht werden. 

2. Geschichte des Krieges

2.1. Rahmendaten


25. 03. 1941 Beitritt Jugoslawien zum Dreimächtepakt
27. 03. 1941 Putsch gegen die jugoslawische Regierung. Peter II. wird König
05. 04. 1941 Unterzeichnung eines Nichtangriffs- und Freundschaftspaktes zwischen Jugoslawien und der Sowjetunion
06. 04. 1941 Hitler marschiert gegen Jugoslawien
17. 04. 1941 Bedingungslose Kapitulation Jugoslawiens und Besetzung durch die deutsche Wehrmacht, Aufteilung Jugoslawiens unter den Besatzern
10. 05. 1941 Gründung der Widerstandsgruppe Tschetnik unter Draza Mihajlovic
04. 07. 1941 Beschluss der Kommunistischen Partei Jugoslawiens, den Kampf gegen die Besatzer aufzunehmen und die Bildung der kommunistischen Partisanen unter Tito
16. 09. 1941 Beginn einer Großzahl von Vergeltungsmaßnahmen der Deutschen am jugoslawischen Volk wegen des starken Widerstandes
Herbst 1941 Versuch einer Zusammenarbeit zwischen den Tschetniks und den Partisanen scheitert, da beide Führer unterschiedliche Ansichten vertreten
02. 11. 1941 Erste Kämpfe zwischen den beiden Widerstandsgruppen 
1942 Anhaltende Kämpfe zwischen den Besatzern und den beiden Widerstandsgruppen
26. 11. 1942 Gründung des „Antifaschistischen Rates der Nationalen Befreiung Jugoslawiens“ (AVNOJ) unter Führung der Kommunisten
Frühj. 1943 Großoffensive deutscher Truppen und deren Verbündeten gegen die Partisanen
Mai 1943 Erste Verbindung zwischen den Partisanen und Großbritannien
08. 09. 1943 Kapitulation Italiens
Dez. 1943 Tito wird von Großbritannien als selbständiger alliierter Befehlshaber anerkannt, die Sowjetunion stellt sich ebenfalls hinter Tito
25. 05. 1944 Überfall der Deutschen auf Titos Hauptquartier, welcher aber einer Gefangennahme entgehen kann
12. 09. 1944 König Peter II. fordert alle Jugoslawen auf, sich Titos Befreiungsarmee anzuschließen
Okt. 1944 Sowjetischer Einfall in Jugoslawien zur Unterstützung der Partisanen
20. 10. 1944 Einnahme Belgrads durch die Rote Armee
08. 03. 1945 Gründung einer neuen Regierung unter Tito als Ministerpräsident

2.2. Geschichtlicher Verlauf des Krieges

2.2.1. Beginn des Krieges
Am 25. März 1941 unterschrieb der jugoslawische Regent Prinz Paul den Beitritt Jugoslawiens zum Dreimächtepakt, was aber nicht im Sinne der jugoslawischen Bevölkerung war. Nach einzelnen Aufständen und Demonstrationen in Belgrad kam es nur zwei Tage später zu einem Putsch gegen die Regierung durch nationalistische Serben unter der Führung von dem früheren Chef des Generalstabs, Dusan Simovic. Die Regierungsmitglieder wurden verhaftet und der erst 17-jährige Peter II., Sohn des 1934 gestorbenen Königs, zum neuen König gekrönt. Die neue Regierung bemühte sich um einen Freundschaftspakt mit der Sowjetunion, wollte aber gleichzeitig weiterhin die Neutralität gegenüber Deutschland beibehalten. Doch Hitler fasste den Putsch als eine Kampfansage auf und gab noch am gleichen Tag den Befehl zum Aufmarsch gegen Jugoslawien, da ihm Jugoslawien jetzt zu unsicher geworden war und er Jugoslawien nun als potentielle Verbündete der Westmächte sah. Außerdem brauchte Hitler Jugoslawien als Sicherung in seinem Feldzug gegen die Sowjetunion und Griechenland, und er war der Meinung, man müsse Jugoslawien für sein Verhalten bestrafen. 
Am Morgen des 6. April, zehn Tage nach Gründung der neuen jugoslawischen Regierung, begannen die ersten deutschen Angriffe auf Jugoslawien mit schweren Bombardements Belgrads aus der Luft. Die ersten Bomben trafen das königliche Schloss und Regierungsgebäude, danach folgten aber auch Gebäude wie Krankenhäuser, Kirchen oder andere zivile Einrichtungen. Durch deutsche Luftangriffe kam es zu einer verheerenden Zerstörung der Hauptstadt. Noch am gleichen Tag rückten die ersten Panzerverbände Richtung Jugoslawien vor. Jugoslawien wurde von Hitler und seinen Verbündeten von allen Seiten angegriffen, so dass das Verteidigungssystem der Jugoslawen schon bald zerstört war. Die Regierung war schon nach einer Woche nicht mehr handlungsfähig, aber auch die Armee befand sich in einer aussichtslosen Situation. Sie war schon vorher schlecht ausgerüstet und zahlenmäßig den Deutschen klar unterlegen, demzufolge hatte sie gegen die übermächtigen deutschen Streitkräfte keine Chance. Deutsche Panzer rückten an einem Tag 150 Kilometer durch die jugoslawischen Verteidigungslinien vor, ohne wirklichen Widerstand entgegenzutreten. Zagreb und die Hauptstadt Belgrad waren nach einer Woche eingenommen. Der jugoslawischen Armee blieb nichts übrig als eine bedingungslose Kapitulation. Somit kam es nur elf Tage nach Ausbruch des Krieges, am 17. April, zu einem Waffenstillstandsabkommen, welches von den verbliebenen Mitgliedern der jugoslawischen Regierung unterzeichnet wurde, in dem die vollständige Besetzung des Landes und die Auflösung der jugoslawischen Wehrmacht festgelegt wurde. Ein Teil der Regierung konnte noch während des Krieges mit König Peter II. per Flugzeug nach Griechenland fliehen, von wo aus sie dann weiter nach England gelangten. Dort traten sie kurze Zeit später in Verbindung mit der sowjetischen Regierung. Auf deutscher Seite gab es in diesem Feldzug nur wenig Verluste, insgesamt starben 151 deutsche Soldaten. Bei den Luftangriffen auf Belgrad kamen auf jugoslawischer Seite unzählige Menschen, laut Schätzungen zwischen 4000 und 20000, ums Leben. Die Verluste der jugoslawischen Armee hielten sich sonst in Grenzen. Die Deutschen machten eine große Anzahl Kriegsgefangene, etwa 300.000, von denen sie die meisten aber wieder frei ließen. So waren letztendlich im Juni 1941 noch 180000 jugoslawische Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft, die meisten von ihnen Serben. 
Nach dem Unterzeichnen des Waffenstillstandes wurde das Land von den Besatzern in acht verschiedene Teilbereiche aufgeteilt, wobei mehrere Staaten bei der Aufteilung eine Rolle spielten. Die Deutschen bekamen den größten Teil von Slowenien, das jugoslawische Banat und Serbien, welches aber eine eigene Verwaltung hatte. Italien besetzte den Rest Sloweniens, die dalmatinische Küste und die Mehrzahl der Inseln. Montenegro, Teile des Kosovo-Gebietes und Mazedoniens wurden von Albanien annektiert, während der Rest Mazedoniens an Bulgarien überging. Auch Ungarn bekam Teile des Landes, das Übermur- und Zwischenmurgebiet und die Backa. Der Rest von Jugoslawien bekam den Namen „Unabhängiger Staat Kroatien“. Dieser stand teilweise unter deutscher, teilweise unter italienischer Kontrolle, hatte aber auch eine eigene Regierung, die sich auf eine nationalistische Gruppe namens Ustascha stützte. Die neue Regierung war sehr antiserbisch eingestellt, und so verloren die Serben in Kroatien fast alle ihre Rechte. Am 15. Juni 1941 trat Kroatien schließlich dem Dreimächtepakt bei. Am 8. Juli 1941 erklärten die Achsenmächte das Ende des Königreichs Jugoslawien.

2.2.2. Anfängliche Widerstandsbewegungen 
Nachdem Jugoslawien unter den Besatzern aufgeteilt wurde, wollte Hitler sich wieder seinem eigentlichen Ziel, der Eroberung der Sowjetunion, zuwenden und ließ deshalb nur vier schwache Divisionen, meist bestehend aus alten Männern, in Jugoslawien zurück. Er war der Ansicht, dass diese vier Divisionen zur Besetzung der Gebiete ausreichen würden. Doch kurze Zeit nach Abziehen der deutschen Truppen, und unterstützt von den Zwangs- und Terrormaßnahmen der Deutschen gegen die serbische Bevölkerung, kam es in einigen Gebieten schon zu den ersten kleineren Aufständen gegen die Besatzer. Kleinere Gruppen überfielen Soldaten und Lastwagenkonvois oder sprengten Brücken oder Eisenbahnschienen. Die Aufstände nahmen mit der Zeit zu. Da aber die verschiedenen Gruppen, die die Aufstände durchführten, nicht gut organisiert waren und nicht zusammen arbeiteten, fehlte den Aktionen oft die Effektivität.
Die erste organisierte Widerstandsbewegung gegen die Besatzer waren die Tschetniks. Ihr Führer war Oberst Draza Mihajlovic, ein serbischer Offizier, der davon überzeugt war, das Königtum und die Vorherrschaft der Serben in Jugoslawien wiederherzustellen und so am 10. 5. 1941 bekannt gab, dass er die Kapitulation nicht anerkenne. Er begann in den Bergen Westserbiens eine Guerilla-Armee aus Soldaten und Bauern aufzubauen. Die meisten Mitglieder dieser Widerstandsgruppe waren serbischer Abstammung, auch das Operationsgebiet blieb größtenteils auf Serbien beschränkt. Die Tschetniks fühlten sich der alten Regierung, die sich im Exil in London aufhielt, weiterhin treu ergeben und somit lagen deren Tätigkeiten weitestgehend im Einklang mit der Exilregierung. In der ersten Zeit wurden nur kleinere Aktionen gegen die Besatzer durchgeführt. Mihajlovic wollte so die deutschen Kräfte vorerst nur langsam schwächen. Denn die Deutschen führten schreckliche Vergeltungsmaßnahem durch. Für jeden getöteten oder verwundeten deutschen Soldaten wurde unzählige serbische Zivilisten getötet, deshalb wollte Mihajlovic nicht zu schnell vorgehen, um so die Bevölkerung zu schützen. Doch auch trotz nur kleinerer Aktionen gegen die Deutschen hatten die Tschetniks bis zum Sommer 1941 weitreichendes Aufsehen erregt. Sie hofften, dass sie bald Unterstützung der alliierten Truppen bekommen würden. Im September gelang es Mihajlovic, mit der britischen Regierung in Kontakt zu treten. Diese sicherte ihm eine materielle Unterstützung zu. Von seiner Exilregierung wurde er offiziell zum Oberbefehlshaber der jugoslawischen Armee ernannt.

2.2.3. Der Partisanenkampf der Kommunisten 
Aber es gab auch noch eine andere große Widerstandsorganisation, die sich den Besatzern widersetzte. Sie war in den ersten Monaten nach der Niederlage gegen die Achsenmächte noch nicht so bekannt gewesen. Diese andere Gruppe verfolgte die kommunistische Ideologie und nannte sich Partisanen. Sie begann erst am 4. 7. 1941 den organisierten Widerstand gegen die Besatzer, denn da hatte das Politbüro der Kommunistischen Partei Jugoslawiens den Entschluss gefasst, sich gegen die Besatzer zu wehren. Anfangs gab es nur wenige Informationen über sie, weder die Alliierten noch die Exilregierung wusste genauere Details ihrer Vorgehensweiße. Der Anführer der kommunistischen Partisanen war Josip Broz, genannt Tito.
Tito kam 1892 als Sohn eines kroatischen Vaters und einer slowenischen Mutter in Kroatien, welches damals noch zu Österreich-Ungarn gehörte, zur Welt. Im Ersten Weltkrieg diente er in der österreichischen Armee als Unteroffizier und geriet während des Krieges in russische Gefangenschaft. Unter dem Einfluss der Russischen Revolution von 1917 wurde Tito Kommunist und trat ein Jahr später in die Rote Armee ein. 1920 ging er als überzeugter Kommunist in sein Heimatland Jugoslawien zurück und arbeitete dort am Aufbau der Kommunistischen Partei mit. Diese wurde jedoch 1921 verboten und Tito wurde mehrmals verhaftet, bis er schließlich 1934 nach Moskau ging, wo er für die Komintern tätig war. Dort wurde er 1937 zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei Jugoslawien ernannt und ging mit dem Auftrag nach Jugoslawien zurück, die Partei im Untergrund wieder neu aufzubauen. Die Partei bekam unter Titos Führung erheblichen Zulauf, vor allem viele Studenten traten in die Partei ein. Seine Politik wurde von Seiten der Sowjetunion bestimmt. Er sollte sich zuerst von dem Krieg zwischen Deutschland und Großbritannien fernhalten, doch als Hitler in die Sowjetunion einmarschierte, bekam er den Befehl, gegen die Deutschen zu kämpfen. Er stellte dafür seine Partisanenarmee auf.
Die Partisanen hatten gegenüber den Tschetniks eine ganz andere Taktik, um gegen die Besatzer zu kämpfen. Während die Tschetniks sich erst einmal ruhig verhalten hatten und nur mit kleinen Aktionen den Besatzern Schaden zufügen wollten, setzten die Partisanen mehr auf Sabotage und größere Aktionen, anders als Mihajlovic nahm Tito auch Verluste in Kauf. Im September 1941 hatten die Widerstandsgruppen schon große Erfolge erzielt, sie kontrollierten große Teile des Landes und sie bekamen, je bekannter und erfolgreicher ihr Widerstand wurde, immer mehr Mitglieder. Vor allem die Partisanen erhielten großen Zulauf. Waffen und Ausrüstung wurden von den Besatzern erbeutet. An eine Zusammenarbeit der beiden Widerstandsgruppen konnte jedoch wegen der unterschiedlichen Ideologien nur schwer gedacht werden. Aber beide waren gegenüber den Besatzern klein und hatten nicht sehr viele Waffen, so war eine Feindschaft untereinander anfangs undenkbar. Teilweise schlossen sie sich mit der Zeit zu einigen Beutezügen zusammen. Dies führte dazu, dass sich die beiden Führer sogar in Verbindung setzten und es zu einem Treffen kam. Sie kamen aber auf Grund ihrer unterschiedlichen Vorgehensweisen und unterschiedlichen Auffassungen zu keiner Einigung. Daraus folgte, dass es doch zu mehreren kleinen Kämpfen zwischen Partisanen und Tschetniks kam, die sich aber mit der Zeit zu einem brutalen Krieg entwickelten, der oft blutiger und verlustreicher war, als der eigentliche Kampf gegen die Besatzungsmächte. 
Anfang November starteten die Deutschen eine Großoffensive gegen die Widerstandsgruppen. Die Deutschen schafften Verstärkung heran und so waren die Widerstandsgruppen klar unterlegen. Dies hatte zur Folge, dass der Aufstand gegen die Besatzer in den meisten Teilen Serbiens bis Ende August niedergeschlagen war. Die Partisanen flüchteten ins Gebirge, die Tschetniks stellten erst mal ihre Aktivitäten ein. In den Bergen baute sich Tito gegen Ende des Jahres 1941 eine neue Armee auf, viele Freiwillige meldeten sich, die Anzahl der Partisanen nahm sehr schnell zu. Weitere deutsche Offensiven Anfang 1942 machten es den Partisanen nicht leicht, sie hatten immer noch wenig Nahrung und ihre Lage wurde immer bedrohlicher. Im Juni waren sie von ihren Gegnern, zu denen in dieser Zeit die Deutschen, die Italiener, die Tschetniks und die kroatische, mit den Deutschen kooperierende Organisation Ustascha gehörten, eingekesselt. Die Lage schien aussichtslos, Unterstützung der Alliierten war auch nicht in Sicht. Doch Tito beschloss Mitte Juni, in die Offensive zu gehen. Am 23. Juni begann der so genannte „lange Marsch“. Die Partisanen kämpften sich durch die Gebiete der Besatzer bis zu ihrem Endziel am 5. November, der Stadt Bihac in Nordwestbosnien. Auf ihrem Weg befreiten sie viele Dörfer von deren Besatzern. In Bihac wurde am 26. November in Übereinstimmung der Sowjetunion der „Antifaschistische Rat der Nationalen Befreiung Jugoslawiens“ (AVNOJ) gegründet, welcher die Menschenrechte, das Recht auf Privateigentum und freie Wahlen sichern sollte. Der AVNOJ war in der Hand der Kommunisten. Im Frühjahr 1943 starteten die Deutschen und ihre Verbündeten neue Offensiven gegen die Partisanen. 

2.2.4. Eingreifen der Alliierten und das Ende des Krieges
Großbritannien, welches immer noch die Tschetniks unterstützte, wurde langsam unzufrieden mit deren Widerstand, da diese sich mittlerweile ein wenig zurückgezogen hatten. So beschloss die britische Regierung, auch die Partisanen im Kampf gegen die Deutschen zu unterstützen. Sie entsendeten einen Verbindungsoffizier in Titos Hauptquartier. Im Mai 1943 stand die Verbindung zwischen Großbritannien und Titos Partisanen. Die Alliierten hofften, dass die Deutschen durch den harten Widerstand in Jugoslawien dort mehr Truppen brauchen würden und diese so von deren anderen Fronten abziehen müssten. Die Partisanen wurden von nun an als offizielle Verbündete der Alliierten betrachtet und bekamen militärische Unterstützung der Alliierten. Ein weiteres wichtiges Ereignis im Jahre 1943 entgegen den Erwartungen der Widerstandskämpfer war die Kapitulation Italiens am 8. September. Dadurch gelangten die Partisanen an neue Waffen und neue Ausrüstung sowie an viele neue Mitglieder. Außerdem war von nun an Deutschland die einzige Besatzungsmacht und musste, sehr zur Freude der Alliierten, viele Truppen nach Jugoslawien versetzen. Die Partisanen hatten Ende 1943 die Kontrolle über den größten Teil Bosniens, der Herzegowina und Montenegros. Am 29. November wurde bei der zweiten Sitzung des AVNOJ eine provisorische Regierung gewählt, dessen Vorsitz Tito innehatte und welche von den Alliierten und der Sowjetunion als offizielle Regierung angesehen wurde. Tito wurde von dem Zeitpunkt an als selbstständiger alliierter Befehlshaber anerkannt. Anfang 1944 hatte sich die Lage der Partisanen erheblich verbessert. Die Truppenstärke lag jetzt bei ca. 300.000 Mann und war ungefähr gleichzusetzen mit der der Besatzer. Auch die Bedrohung der Tschetniks beschränkte sich mittlerweile nur noch auf Serbien. Die Sowjetunion war jetzt ebenfalls bereit, die Partisanen militärisch zu unterstützen. Bis Mitte 1944 hatte die britische Regierung jeglichen Kontakt zu den Tschetniks und Mihajlovic abgebrochen, und die die Exilregierung in London war gleichzeitig umgestaltet worden mit Subasic als neuem Ministerpräsident. Tito und seine Partisanen konnten immer mehr Erfolge verzeichnen, doch am 25. Mai 1944 geriet Tito in große Gefahr. Deutsche Fallschirmspringer sprangen über seinem Hauptquartier in der westbosnischen Stadt Drvar ab. Tito gelang nur mit alliierter Unterstützung die Flucht vor den Deutschen. Er errichtete sein neues Hauptquartier auf der Insel Vis. Von dort aus steuerte er nun seine ganzen Operationen. 
Die Partisanen hatten jetzt fast ganz Jugoslawien unter ihrer Kontrolle, bis auf Serbien. Dort waren immer noch die Deutschen und die Tschetniks aktiv. Da Serbien das wichtigste Land Jugoslawiens war, begann Tito im Sommer 1944 mit dem Kampf gegen die letzten Truppen der Tschetniks in Serbien. Ein Ende hatte dieser Kampf, als der in London im Exil lebende König Peter II. per Radio alle Serben, Kroaten und Slowenen aufrief, sich den Partisanen anzuschließen und Widerstand gegen die Deutschen zu leisten. Dies bedeutete das Ende der Tschetniks, viele liefen zu den Partisanen über oder hatten keine Moral mehr zum Kämpfen. Die Partisanen hatten Serbien schnell eingenommen, mit Ausnahme von Belgrad, der Hauptstadt Jugoslawiens. Diese wurde von den Deutschen sehr stark verteidigt. Deshalb entschloss sich Tito, die Sowjetunion um Unterstützung ihrer Panzerkraft zu bitten. Am 18. September reiste er ohne Wissen der Briten nach Moskau, wo er mit Stalin verhandelte. Sie trafen den Beschluss, dass die Rote Armee die Partisanen unterstützt, nach dem Krieg aber direkt wieder jugoslawischen Boden verlassen wird. Außerdem würde die komplette militärische Führung den Partisanen unterliegen. Tito selbst koordinierte die sowjetischen Truppenbewegungen mit den Aktivitäten der Partisanen. Am 20. Oktober 1944 nahmen die Partisanen mit Unterstützung von sowjetischen Truppen Belgrad ein. Mitte 1945 hatten die Partisanen ganz Jugoslawien besetzt und die feindlichen Verbände aus ihrem Land vertrieben.

2.2.5. Die Zeit kurz nach dem Krieg 
Die Regierung siedelte kurze Zeit später dorthin über. Die Exilregierung blieb bis auf Ministerpräsident Subasic in London. Tito und Subasic arbeiteten zusammen und schlossen am 11. April 1945 einen Freundschaftspakt mit der Sowjetunion. Am 3. März wurde eine Koalitionsregierung aus Vertretern des AVNOJ, vier Mitgliedern der Exilregierung und Vertreter aller Parteien gebildet. Tito wurde Ministerpräsident und Verteidigungsminister. Die Regierung war allgemein sehr kommunistisch.
Im Mai 1945 zogen die Verbände der Sowjetunion wieder aus Belgrad ab. Der ehemalige Führer der Tschetniks, Mihajlovic, wurde von der jugoslawischen Geheimpolizei gefangen genommen und im März 1946 zusammen mit anderen Tschetnik-Führern erschossen. 

3. Kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Krieges 
(Beschreibung des Krieges aus unterschiedlichen Perspektiven)


3.1. Aus der Perspektive von Milovan Djilas 

3.1.1. Lebenslauf
Milovan Djilas war eine der führenden Personen in der kommunistischen Widerstandsbewegung in Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg und einer der engsten Vertrauten Titos. Nach dem Krieg wandte er sich aber gegen Tito und schrieb viele Bücher über seine Erfahrungen. Unter anderem schildert er in seinem Buch „Der Krieg der Partisanen. Jugoslawien 1941-1945“ die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs aus seiner Sicht und somit aus der Sicht der Partisanen.
Milovan Djilas wurde am 12. Juni 1911 in Montenegro geboren. Ab 1929 studierte er in Belgrad Rechtswissenschaften und Literatur. 1932 trat er der für illegal erklärten Kommunistischen Partei Jugoslawiens bei. Infolgedessen wurde er von 1933 bis 1937 inhaftiert. Nach seiner Entlassung gehörte er dem Zentralkomitee und dem Politbüro der Kommunistischen Partei Jugoslawiens an. Im Zweiten Weltkrieg war er einer der Führer der kommunistischen Partisanen und half bei der Organisation der Widerstandsbewegung gegen die Besatzer Jugoslawiens als einer der engsten Vertrauten Titos mit. 1944 wurde Djilas nach Moskau entsandt, um mit Stalin über die Unterstützung der Sowjetunion zu verhandeln. Nach den Differenzen zwischen Jugoslawien und der Sowjetunion 1948 war Djilas einer der Ersten, der den Bruch mit Stalin befürwortete. Anfang des Jahres 1954 kamen erhebliche Unstimmigkeiten mit Tito auf, dies hatte zur Folge, dass Djilas aus allen politischen Ämtern ausgeschlossen wurde und zwei Monate später die Partei verließ. Zwischen 1954 und 1987 wurde Djilas aufgrund kritischer Äußerungen und Publikationen gegen die jugoslawische Regierung mehrmals verhaftet. Djilas wurde zum Gegner Titos. Er stellte sich gegen den Kommunismus und dessen Ideologie. Er schrieb während der Zeit nach dem Krieg viele Bücher, wie „Die neue Klasse“ (1957), „Gespräche mit Stalin“ (1962) und „Der Krieg der Partisanen. Jugoslawien 1941-1945“ (1978). Am 20. April 1995 starb Djilas im Alter von 83 Jahren in Belgrad.

3.1.2. Milovan Djilas: „Der Krieg der Partisanen. Jugoslawien 1941-1945“
In seinem Buch „Der Krieg der Partisanen. Jugoslawien 1941-1945“ wird der Zweite Weltkrieg in Jugoslawien mit all seinen Grausamkeiten erzählt. Djilas fängt an mit den ersten Widerstandsversuchen, erzählt über die harten Terrormaßnahmen aller beteiligten Gruppen bis hin zum Ende des Krieges und dem damit zusammenhängenden Sieg der Partisanen gegenüber den Besatzern und anderen Widerstandsgruppen. 
Djilas beschreibt den Krieg so wie er war, ohne übertrieben subjektiv zu werden. Er erzählt alles aus seiner damaligen Sicht und man bekommt bei seinen Berichten nicht den Eindruck, dass er zu dem Zeitpunkt, als er das Buch schrieb, sich schon gegen den Kommunismus gewandt hatte. Aus der Sicht der Partisanen war der Krieg ein Widerstandskrieg, welcher zur Erhaltung ihres eigenen jugoslawischen Staates führte. In Djilas´ Sicht war diese „historische Tragödie“ „ein Krieg ohne Gnade und ohne Regeln“ . Nach seiner Ansicht hätten die Kämpfer und Funktionäre in diesem Krieg vor nichts mehr zurückgeschreckt. Er beschreibt den Krieg als eine Welt, in der „der Tod nichts Ungewöhnliches“ war und „das Leben jeden Sinn verlor außer dem des Überlebens“ . Doch Djilas spricht nicht davon, dass sein Verhalten und das der Partisanen falsch gewesen sei, er verurteilt also eigentlich nicht den Krieg. Er meint, „Revolutionen muss es geben“ und dass „die Revolution sich als ein Akt des Lebens und als eine Situation im Leben rechtfertigen“ . Als Grund für den Sieg der Partisanen sieht er die „moralische Überlegenheit gegenüber den Deutschen und den Sieg unseres Geistes über unseren Körper“ . Djilas selbst war in dem Krieg einer der wichtigsten Funktionäre in den Reihen der Partisanen. Er wickelte Gefangenaustausche mit den Deutschen ab und wurde zu Gesprächen mit Stalin nach Moskau geschickt, was ihn „überglücklich und stolz“ machte. In Tito sah Djilas damals einen engen Vertrauten, dem er seine Bewunderung schenkte und den er als Führer komplett anerkannte. Er war davon überzeugt, dass Tito der Richtige für diese Aufgabe war, kritisiert aber an ihm, dass er eine „Einmischung in seine Befehle recht ungern sah“ und Tito in Wirklichkeit der Oberste Stab war, dass also nur er allein die Befehle gab. 
Djilas berichtet auch über die Terrorakte in Jugoslawien während des Krieges. Er spricht aber nicht nur von den Terrormaßnahmen der Deutschen und der Tschetniks, sondern sagt auch, dass die Partisanen ebenfalls Massenerschießungen und andere Gräueltaten durchgeführt hätten. Doch von den brutalen Terrorakten der Partisanen an ihren Landsleuten am Ende des Krieges schreibt er nichts, dies lässt er, wie auch andere Bücher über das Thema, aus. 
Im Allgemeinen ist seine Berichterstattung aber nicht einseitig und nicht pro- oder antikommunistisch, sondern sehr neutral.

3.2. Aus der kroatischen Sicht
Nach dem Sieg der Deutschen und deren Verbündeten gegen Jugoslawien Anfang April 1941 wurden die meisten jugoslawischen Gebiete von den Siegern besetzt. Außer Kroatien, dort richtete Hitler eine Marionettenregierung unter Ante Pavelic ein, welcher sich auf die nationalistische Organisation Ustascha stützte. Diese Regierung wurde gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung errichtet. Sie rief am 10. April 1941 den „Unabhängigen Staat Kroatien“ aus und trat am 15. Juni des gleichen Jahres dem Dreimächtepakt bei. Die Regierung unter Ante Pavelic war zwar formell eine eigenständige Regierung, doch handelte sie fast ausschließlich nach dem Willen der Deutschen. Pavelic hatte das Vorhaben, eine nationale kroatischen Einheit zu schaffen. Bisher waren nur ungefähr die Hälfte aller Bürger kroatisch, es gab viele Serben und auch Juden, die ebenfalls in dem Gebiet des unabhängigen Kroatiens lebten. Sein Plan war, dass ein Drittel der Serben aus seinem Staat vertrieben, ein Drittel zum Übertritt in die katholische Kirche gezwungen und ein Drittel ermordet werden sollte. Dies hatte zur Folge, dass die Regierung begann, mit Gewalt und Unrecht gegen die nichtkroatische Bevölkerung vorzugehen. So fing Pavelic mit Hilfe der Ustascha an, Serben verfolgen zu lassen, sie zu vertreiben und sie zu ermorden. Ihnen wurden alle Rechte genommen, entweder mussten sie sich katholisch taufen lassen oder sie wurden getötet. Ähnlich war dies bei den dort lebenden Juden, auch sie hatten kaum noch Rechte, auch bedingt durch die Deutschen als Besatzer. Es wurde sogar ein KZ errichtet. Serben und Juden durften nicht mehr ihre Berufe ausüben. Sie lebten in ständiger Angst. Die Terrormaßnahmen der Ustascha waren selbst den Deutschen nicht recht, sie sahen sie als übertrieben an, unternahmen aber letztendlich doch nichts gegen das Vorgehen Pavelics. Durch den Terror an der serbischen Bevölkerung flüchteten viele der Serben in die Berge und Wälder, dort schlossen sie sich zum Widerstand zusammen und traten in großen Zahlen den kommunistischen Partisanen bei, um sich gegen die Ustascha zu wehren.
In Regierungszeit von Ante Pavelic wurden durch diese Terrormaßnahmen zwischen 600.000 und 800.000 Serben und Juden umgebracht. Nach dem Krieg war der Anteil der serbischen Bevölkerung in Kroatien von 30 auf 12 Prozent gesunken. So war in Kroatien der Zweite Weltkrieg für die Bevölkerung, zumindest die mit serbischer Abstammung, noch brutaler und grausamer als im Rest Jugoslawiens. 

4. Politische Einschätzung des Krieges

4.1. Bedeutung des Krieges für die Bevölkerung und deren Verhalten
Nachdem die Deutschen Jugoslawien erobert hatten, formten sich mit der Zeit Widerstandsbewegungen in Jugoslawien gegen die Besatzer. Für die Bevölkerung bedeutete dies die „Wiederaufnahme jenes Krieges, den die geschlagenen und erschöpften Streitkräfte des Königreichs Jugoslawiens schon verloren hatten“ . Der größte Teil des Volkes wollte sich an dem Widerstand beteiligen und nicht einfach tatenlos zusehen. Dies wurde noch dadurch verstärkt, dass die Deutschen mit Gewalttaten gegen die Bevölkerung vorgingen und es nach anfänglichem Widerstand schon zu Vergeltungsmaßnahmen der Besatzer an dem jugoslawischen Volk kam. Hitler befahl z. B. im Oktober 1941, für jeden getöteten deutschen Soldaten 100 jugoslawische Zivilisten umzubringen. So bekamen die Widerstandsbewegungen sehr viel Zulauf, da große Teile des Volkes in dem bewaffneten Widerstand die einzige Möglichkeit sahen, sich gegen die Besatzer zu verteidigen und ihnen nicht einfach ausgeliefert zu sein. Außerdem wollte die jugoslawische Bevölkerung natürlich ihr eigenes, nicht besetztes, Jugoslawien wiederhaben. 
Eigentlich wollten die kommunistischen Partisanen ihren Widerstand erst mir kleineren Aktionen und Sabotageakten beginnen. Doch auch hier merkte man den Widerstandswillen des Volkes sofort. Ohne jegliche Aufforderung erhob sich das Volk gegen die Besatzer. Männer aus den Orten versammelten sich und begannen gegen die Besatzer loszuziehen. Dies überraschte selbst die Funktionäre der Partisanen. Dazu meinte Milovan Djilas: „So geschah es, dass das Volk weit über unsere Anfangsziele hinausging und unsere Erwartungen übertraf, von unseren Unternehmungen ganz zu schweigen“ . Die Partisanenführer waren aber der Meinung, dass ein Volksaufstand noch zu verfrüht sei und wollten ihre Taktik beibehalten. Doch der Widerstandswille des Volkes war ungebrochen, viele Zivilisten protestierten gegen den Beschluss der Partisanenführer, den Volksaufstand zu beenden. Sie sahen in dem Widerstand etwas, wozu sie verpflichtet waren und was das ganze Volk anging. Ein Zitat eines jugoslawischen Bauern aus dieser Zeit lautet: „Die Italiener sind euch [Kommunisten] doch nicht verhasster als uns! Dies ist auch unser Kampf! Ihr habt doch kein Besitzrecht auf das Volk und die Heimat! Uns tut es auch nicht leid, unser Leben zu lassen, wenn die Jugend zum Sterben geht...“ . Aufgrund der heftigen Proteste entschied sich die kommunistische Führung dann, den Volksaufstand doch zuzulassen und so war das ganze Volk von Anfang an am Widerstand gegen die Besatzer beteiligt. 
Dieser Volksaufstand verwandelte sich aber dann mit der Zeit in eine Volksheer mit besser organisierten Verbänden. Doch auch dort kämpften viele Leute aus dem Volk, auch welche, die nicht kommunistisch waren, mit. Aber es gab keine einheitliche Meinung in dem Volk, welche Widerstandsgruppe zu unterstützen sei, die meisten entschieden sich zwar für die Partisanen, aber auch viele kämpften in den Reihen der Widerstandsgruppe Tschetniks. Die Kämpfer der Tschetniks waren fast alle serbischer Abstammung und so blieb das Operationsgebiet der Tschetniks auch im Wesentlichen auf Serbien beschränkt. Bei den Partisanen hingegen war dies anders. Da sie keine nationale Gruppierung waren, blieb ihr Wirkungskreis nicht auf ein bestimmtes Land beschränkt, sondern bezog sich auf ganz Jugoslawien. Aus allen Gebieten beteiligten sich Kommunisten, und auch teilweise nicht kommunistisch denkende Leute, an dem Widerstand der Partisanen. Es gab auch Kämpfer, die weder den Partisanen, noch den Tschetniks angehören wollten und sich daraufhin selbst in eigenen kleineren Verbänden organisierten. Diese erzielten jedoch keine derartigen Erfolge gegen die Besatzungsmächte.
Die Bürger, die keinen Widerstand leisteten und in ihren Dörfern wohnen blieben, arrangierten sich zumeist mit der Organisation, die gerade ihr Dorf besetzt hielt, obgleich es Partisanen, Tschetniks oder Deutsche waren. Sie wollten, wenn möglich, jedes Risiko vermeiden, aber auch dies half oft nichts. Sie waren dem Krieg meist wehrlos ausgeliefert. Die Zivilisten hatten während des Zweiten Weltkrieges mit die schlechteste Lage. Da sie nicht am Widerstand beteiligt waren, hatten sie meistens keine Waffen im Haus und waren so der Willkür der Besatzer ihres Dorfes ausgeliefert. Die Besatzer machten mit ihnen, was sie wollten. Sie steckten die Dörfer in Brand und töteten, wie es ihnen gerade passte, Zivilisten, obwohl diese oftmals nie etwas mit den Feinden der Besatzer zu tun gehabt hatten und deshalb in den Augen derer eigentlich unschuldig hätten sein müssen. Während des Zweiten Weltkriegs sind in Jugoslawien ca. 1 Million Menschen ums Lebens gekommen, darunter fallen sicherlich auch unzählige ermordete Zivilisten.
Mit der Zeit des Krieges nahm die Anzahl der Kämpfer in den Widerstandsgruppen, speziell bei den Partisanen, immer mehr zu. Bedingt durch die Gräueltaten und den Terror der Besatzer und der Tschetniks (darauf wird in dem Kapitel 3.2. näher eingegangen) entschieden sich immer mehr für den aktiven Widerstand, um sich irgendwie wehren zu können.

4.2. Massenterror und Verbrechen 

4.2.1. Die Deutschen
Das Verhalten der Besatzer, sprich der Deutschen und deren Verbündeten, gegenüber der Bevölkerung in Jugoslawien war brutal. Sie ermordeten grundlos jugoslawische Bürger und hinterließen blutige Spuren in dem Land. Wenn ein Dorf von ihnen erobert worden war, plünderten sie es zuerst, dann trieben sie einen Großteil der Männer zusammen, um diese zu töten, danach steckten sie meistens das Dorf noch in Brand. So wurden manchmal ganze Dörfer oder Familien einfach ausgelöscht. 
Die Gewalttätigkeiten sollten eine abschreckende Wirkung auf das jugoslawische Volk haben, da dieses sich nicht mit den Widerstandskämpfern einlassen sollte. So war das Verhalten der Besatzer in fast jedem Dorf, durch das sie zogen. Vor allem die Vergeltungsschläge der Besatzer gegen die jugoslawische Bevölkerung waren brutal. Denn Hitler hatte im Herbst 1941 befohlen, dass für jeden von den Widerstandskämpfern getöteten deutschen Soldaten 100 jugoslawische Zivilisten umgebracht werden sollten. Diesen Befehl führten die Deutschen erbarmungslos aus. Im Oktober hatten die Widerstandskämpfer eine serbische Stadt angegriffen, bei diesem Angriff kamen 30 deutsche Soldaten ums Leben. Anschließend richteten die Deutschen in der Stadt laut jugoslawischen Angaben fast 6000 Jugoslawen hin. Bei einem Partisanenüberfall auf eine andere Stadt wurden zehn deutsche Soldaten getötet und weitere 20 verletzt. Auch hier wurden zwischen 3000 und 7000 Menschen hingerichtet. Die Deutschen zwangen dann einen Teil der restlichen Männer, die Toten nahe der Stadt zu begraben. Diese machten es aber nicht sorgfältig, und so schauten Teile der Leichen noch längere Zeit aus dem Boden heraus. Bei anderen Hinrichtungen wurden die Opfer öffentlich gehängt. Es kam auch vor, dass sich in Dörfern noch Menschen, die kürzlich gehängt worden waren, noch hängend an Bäumen befanden, da sie niemand abgenommen hatte. Die Deutschen errichteten auch Konzentrationslager in Jugoslawien, in die vor allem Frauen und Kinder gebracht wurden. Sie arbeiteten dort eine Zeit lang und wurden dann ebenfalls getötet.

4.2.2. Die Ustascha
Es gab aber noch eine Gruppierung, deren Verhalten noch brutaler war als das der Deutschen und von deren Taten selbst die Deutschen teilweise schockiert waren. Dies war die kroatische Ustascha, welche mit zu den Verbündeten der Besatzer gehörte. Sie waren zwar selbst Jugoslawen, terrorisierten aber desto trotz ihre Landsleute. Ihren brutalen Ermordungen fielen letzten Endes 60.000 Juden, 26.000 Zigeuner und 750.000 orthodoxe Serben zum Opfer. Aber sie erschossen oder erhängten nicht ihre Opfer, sie gingen viel brutaler vor, „sie hackten ihren Opfern Nasen, Ohren, Brüste und Glieder ab, schütteten Salz in ihre Wunden, rissen ihnen die Augen aus und begruben oder verbrannten Menschen bei lebendigem Leib“ . Ein Ustascha Mitglied meinte: „Wir Ustascha-Leute sind viel praktischer als ihr Deutschen. Ihr schießt, aber wir benutzen Hämmer, Knüppel, Seile, Feuer und ungelöschten Kalk. Das ist entschieden billiger“. Ihnen kam es immer darauf an, die Opfer nicht nur zu töten, sondern sie vorher richtig zu quälen.

4.2.3. Tschetniks
Auch das Verhalten der Tschetniks war ähnlich brutal wie das der Besatzer. Sie gingen ebenso brutal und ohne Gnade gegen ihre Gegner vor. Ihr Terror bezog sich auf fast das ganze jugoslawische Volke, nur ihre Anhänger und das serbische Volk wurden verschont. Besonders hart gingen sie gegen die Partisanen und deren Sympathisanten vor, da sie in ihnen ihre Hauptfeinde sahen. 

4.2.4. Die Partisanen 
Doch auch die Partisanen waren in ihrem Verhalten gegenüber ihren Gegnern nicht viel besser. Auch sie gingen mit sehr brutalen Mitteln gegen ihre Feinde vor. Sie töteten Anhänger der Tschetniks, und ihre Gefangenen blieben meist auch nicht sehr lange am Leben. Die Partisanen verhielten sich aber gegenüber dem Volk nicht so gewalttätig, da sie von diesem meist unterstützt wurden. Sie plünderten nicht und steckten auch nicht, wie die Deutschen und die Tschetniks, die Dörfer in Brand, um das ganze Eigentum der Bewohner zu zerstören. Wenn doch einmal ein Partisan etwas zu seinem eigenen Nutzen und gegen den Willen des Besitzers mitnahm und das höhere Funktionäre mitbekamen, drohten ihm Strafen und er musste dem Opfer seinen Besitz zurückgeben. 
Es gab aber auch Erschießungen unter den Partisanen selbst. Wenn es in der Haltung eines Mitgliedes Schwankungen gab, wurde ihm mit Erschießung gedroht. 
Doch das etwas humanere Verhalten der Partisanen zu Beginn des Krieges glichen sie am Ende des Krieges mit unvorstellbaren Terrormaßnahmen wieder aus. Diese Massentötungen waren die Spitze des blutigen Terrors in Jugoslawien während des Zweiten Weltkrieges. Nachdem die Partisanen Jugoslawien von den Besatzern befreit hatten, spürte ihre Geheimpolizei OZNA alle möglichen Kollaborateure auf, die in dem Krieg in irgendeiner Weise gegen sie gearbeitet hatten oder auch einfach nicht für sie arbeiten wollten und vor ihnen flüchteten. Tausende fanden so nach dem Krieg den Tod. 
Einer der Orte, wo die Partisanen ihre Gefangenen hinbrachten und erschossen, liegt in den Wäldern nahe der slowenischen Stadt Gottschee. Hier wurden viele innenpolitische Gegner und auch Zivilisten erschossen. Die Art, wie die Partisanen ihre Gegner töteten, war grauenhaft. Ein Slowene schilderte: „Die Partisanen banden die Gefangenen jeweils zu zehnt zusammen. Die ersten zwei jeder Gruppe wurden erschossen, fielen in den über hundert Meter tiefen Abgrund der Karsthöhle und rissen die noch Lebenden mit. Dann haben sie Handgranaten nachgeworfen, um alle Spuren zu beseitigen“ . 
Im Jahr 1945 lieferte die britische Armee tausende kroatische und slowenische Kriegsgefangene an die Partisanen aus. Die Partisanen richteten ein riesiges Blutbad an und erschossen fast alle Gefangenen. 
Weitere Massenerschießungen fanden in Höhlen bei Jazovka, einem Ort in Kroatien, statt. Auch dorthin wurden tausende Gegner der Partisanen verschleppt und erschossen. Die Höhlen werden als „eine der größten Hinrichtungsstätten Kroatiens“ bezeichnet. Es seien dort endlose Lastwagenkolonnen angekommen, und es hätte tage- und nächtelang Schüsse gegeben. Das Verhalten der Partisanen war also nicht weniger grausam und brutal als der Terror der Besatzer.

4.3. Wie geht man mit der Geschichte um 
Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges in Jugoslawien wird in den Geschichtsbüchern recht subjektiv behandelt. Da die Partisanen Verbündete der Alliierten waren, werden sie immer als Gute dargestellt, und ihr Verhalten wird nicht kritisiert. Die Sieger beeinflussten die Geschichte also so, dass nur das gnadenlose Verhalten der Deutschen an die Öffentlichkeit kam. Über den Terror der Partisanen, vor allem am Ende des Krieges, wurde und wird meistens geschwiegen, damit der Sieg der Alliierten nicht in ein falsches Licht rückt. Vor allem in der Zeit kurz nach dem Krieg war nichts über Gräueltaten oder Terrorakte der Partisanen an ihren unterlegenen Feinden zu hören. Es wurde immer nur von dem Terror und den Massenerschießungen der Deutschen geredet, obwohl die Partisanen in der Hinsicht nicht besser waren. Heutzutage ist dies immer noch ähnlich, in vielen Büchern über das Thema findet man nichts über die grausamen Taten der Partisanen. Doch Anfang der Neunziger fingen die Leute langsam an zu verstehen, was auch die Partisanen für Terror ausgeübt hatten. Im Frühjahr 1990 entschuldigte sich der slowenische Ministerpräsident für die Verbrechen, die die Partisanen 1945 beim Einmarsch in Kärnten an unzähligen Zivilisten begangen haben. Nicht nur der Ministerpräsident, sondern auch die Bürger Sloweniens ehrten die Opfer der Partisanen. Damit fing auch die Öffentlichkeit langsam an, sich für das Verhalten der Partisanen stärker zu interessieren. Diese Aktion „bringt den Partisanenmythos ins Wanken und erschüttert damit auch das in Österreich wie in ganz Westeuropa verbreitete antifaschistische Geschichtsbild, das teils auf Unkenntnis, teils auch auf Fälschungen historischer Tatbestände beruht“ . So wird sich jetzt mehr mit dem schrecklichen Terror der Partisanen auseinandergesetzt und dies, auch wenn es vielen im Westen nicht passt, stärker behandelt und nicht mehr tot geschwiegen.

5. Schluss


Der Zweite Weltkrieg in Jugoslawien war an Brutalität kaum zu übertreffen. Niemand schreckte vor Terror und Grausamkeiten zurück, auch nicht die Partisanen. Es ist keine Frage, dass die Deutschen sich in diesem Krieg gegenüber der jugoslawischen Bevölkerung nicht richtig verhalten haben. Doch auch das Bild der Partisanen ist in Wirklichkeit nicht so wie es überall dargestellt wird. Sie sind nicht ausnahmslos die Guten in dem Krieg gewesen, sondern haben genau wie die Deutschen ihre Feinde terrorisiert und ihre Gefangenen gequält. Die Geschichte, und das damit verbundene Image der Partisanen, muss meiner Meinung nach heutzutage neu aufgearbeitet werden und ins richtige Licht gerückt werden, damit die Öffentlichkeit die Wahrheit über den schrecklichen Krieg in Jugoslawien erfährt. Denn auch die Partisanen führten zahlreiche Massenerschießungen durch und terrorisierten diejenigen, die nicht mit ihnen zusammenarbeiten wollten. Diese Tabus dürfen nicht totgeschwiegen werden. Ich denke, die Staaten des ehemaligen Jugoslawien haben die Aufgabe, die wahre Geschichte aufzuarbeiten und damit den Mythos der Partisanen zu entlarven. In Slowenien wurde 1990 ein Anfang gemacht, in dem der Ministerpräsident mit der grausamen Geschichte an die Öffentlichkeit ging. Auch in Kroatien wurden schon erste Schritte gemacht, die Geschichte aufzuarbeiten. Auch die anderen Staaten müssen dem folgen und versuchen, die Öffentlichkeit über die wahre Geschichte zu informieren und über die vorhandenen Tabus des Zweiten Weltkriegs zu reden. 
Auch die Geschichtsbücher müssen anfangen, den Krieg von allen Seiten zu beleuchten. Denn es kann nicht sein, dass kaum ein Buch über das Thema die schrecklichen Terrorakte der Partisanen erwähnt. Ich meine, jeder hat ein Recht auf die Wahrheit. Auch wenn es vielen Leuten im Westen nicht passen würde, wenn die komplette Wahrheit ans Licht käme, muss die Geschichte des Zweiten Weltkrieges berichtigt werden.