Station 5: Deutschland und Israel

Das Verhältnis Deutschlands zu Israel, dem 1948 in Palästina gegründeten jüdischen Staat, ist bis heute ein ganz besonderes. Es ist geprägt von der Erinnerung an die Verbrechen des Holocaust. Aber auch der aktuelle Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern führt zu Spannungen im Verhältnis zwischen Deutschen, Israelis und Juden.
 
 
 
Deutsche, Juden und Israelis
Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden zahlreiche Juden aus Europa eine neue Heimat in Israel - darunter viele, die den Holocaust überlebt hatten. Mit der Gründung Israels ging im Jahre 1948 der jüdische Traum vom eigenen Staat im "gelobten Land" in Erfüllung. Die Staatsgründung erfolgte als Antwort auf die leidvollen Erfahrungen der europäischen Juden in der "Diaspora".

Zugleich aber wurde ein Konflikt von weltpolitischer Bedeutung provoziert: Die Konfrontation zwischen Israelis und Arabern führte zu Krieg und Terror im Nahen Osten. Auch wenn vereinzelt Hoffnung auf eine Lösung des Konflikts aufflackert, ist ein wirklich dauerhafter Frieden zwischen Israelis und Palästinensern bis heute nicht in Sicht.
 
Im aktuellen Verhältnis zwischen Deutschen und Juden spielt der Nahostkonflikt eine wichtige Rolle. So erscheint die israelische Politik gegenüber den Palästinensern in deutschen Augen häufig unmäßig und gewalttätig. Dabei wird der Staat Israel oft gleich gesetzt mit dem Judentum an sich.

Daher ist es verständlich, dass Kritiker an Israel sich gelegentlich dem Vorwurf des Antisemitismus stellen müssen. Angesichts der durch den Holocaust belasteten deutsch-jüdischen Vergangenheit stellt sich die Frage: Wie können Deutsche, Juden und Israelis trotz Holocaust und Krieg im Nahen Osten zueinander finden?
 
 
Hier kannst du dich genauer informieren 
 
Die zionistische Bewegung verfolgte seit Beginn des 20. Jahrhunderts den Traum eines eigenen jüdischen Staates in Palästina. Konkret formuliert wurde dieser Traum erstmals 1896 von dem österreichisch-ungarischen Schriftsteller und Journalisten Theodor Herzl. Bis es 1948 endlich zur Gründung Israels kam, mussten die jüdischen Einwanderer allerdings zahlreiche Hindernisse und Konflikte überstehen.
 
Für Juden aus Europa und der ganzen Welt wurde Israel zur neuen Heimat. Die Geschichte des jungen Staats ist allerdings geprägt von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern. Seit Jahrzehnten gehören Krieg und Terror zum Alltag im Nahen Osten. Die Spirale gegenseitiger Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern dauert bis heute an.
 
Das Verhältnis von Deutschen zu Juden und Israelis ist vom Holocaust geprägt und wird immer wieder durch negative Meldungen aus dem Nahen Osten gestört. Zugleich aber blicken Deutsche und Israelis auf 40 Jahre freundschaftliche Beziehungen zurück. Heute können sich Deutsche und Juden sogar mit Humor begegnen, wie die aktuelle Filmkomödie "Alles auf Zucker" beweist.
 
 
Linktipps 
 
Anschauliche und umfassende Informationen über Israel im Portal "Einziges Israel"
 
Aktuelle Informationen über Israel bei hagalil.com: Geschichte, Politik, Land und Leute, Kunst und Kultur
 
Biografien bedeutender jüdischer Persönlichkeiten aus Geschichte, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Musik und Literatur (Judentum-Projekt des Lessing-Gymnasiums Döbeln/Sachsen)
 
Besprechung des Buches von Joachim Schlör über deutsch-jüdischen Auswanderer nach Israel auf der Website des Schwäbischen Heimatbunds
 
Online-Ausgabe des Themenhefts "Israel" der Bundeszentrale für politische Bildung mit umfassenden und aktuellen Infos rund um Israel und den Nahostkonflikt
 
Die multimediale Familienchronik erzählt nicht nur die persönlichen Erlebnisse, sondern beleuchtet auch die gesellschaftlichen Hintergründe des Lebens in Deutschland nach 1945
 
 
Seite druckenZum Seitenanfang