Station 4: Verfolgung und Holocaust (1933-45)

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Antisemitismus in seiner radikalsten Form zur offiziellen Staatspolitik in Deutschland. Über die "legale" Ausgrenzung jüdischer Bürger und staatlich angeordnete Ausschreitungen führte der Weg hin zur organisierten Ermordung von Millionen in den Vernichtungslagern.
 
 
 
KZ-Häftlinge in Auschwitz
Unverzüglich begann die Führung des NS-Regimes ab 1933 mit der Umsetzung ihres antisemitischen Programms in die Tat. So wurden Juden in Deutschland schrittweise ausgegrenzt, entrechtet, verfolgt und schließlich systematisch ermordet.

Allein die Bilanz des Massenmords klingt ungeheuerlich und ist einmalig in der Geschichte. In der industriell betriebenen Todesmaschinerie der Nazis starben bis 1945 sechs Millionen Juden aus ganz Europa. Doch sind es vor allem die Qualen der Opfer und die perfide Organisation, die den Völkermord an den Juden so unvorstellbar machen. Gerade deshalb wird die Erinnerung an den Holocaust für alle Zeiten zum kollektiven Gedächtnis von Juden und Deutschen gehören.
 
 
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Boykott jüdischer Geschäfte, Berufsverbote, Enteignungen: die soziale Ausgrenzung und politische Entrechtung der deutschen Juden spiegelte sich in allen Lebensbereichen wider. Mit den "Nürnberger Gesetzen" erhielt die staatlich organisierte Diskriminierung den Anschein von Rechtmäßigkeit. Die Kennzeichnung durch den gelben "Judenstern" vollendete die Stigmatisierung jüdischer Mitbürger und bereitete so deren systematische Vernichtung vor.
 
Wie bereits vor Kriegsbeginn von Hitler angedroht, organisierte das Nazi-Regime ab 1941 die systematische und fabrikmäßige Ermordung von Millionen europäischer Juden in Vernichtungslagern. Aus ganz Europa wurden Menschen nach Auschwitz, Majdanek oder Treblinka verfrachtet. Ein Großteil von ihnen wurde direkt bei der Ankunft "selektiert" und unmittelbar darauf ermordet.
 
Aus heutiger Sicht erscheint es, als hätten sich Millionen Juden widerstandslos zur Schlachtbank führen lassen. In der Tat war die Gegenwehr - angesichts der für viele unvorstellbaren, generalstabsmäßig geplanten Verschleppung und Ermordung - gering. Gleichwohl hat es Juden gegeben, die versuchten, sich durch Emigration, Flucht und vereinzelt auch durch Widerstand zu retten.
 
Um Vergleichbares nicht wieder möglich werden zu lassen, dürfen die NS-Verbrechen an den europäischen Juden nie in Vergessenheit geraten, lautet die wohl wichtigste Lehre aus dem Schrecken des Holocaust. Es gibt allerdings Stimmen, die einen "Schlussstrich" ziehen wollen - und Verblendete, die den NS-Völkermord ganz leugnen.
 
 
Linktipps 
 
Informationen zur Judenverfolgung in Deutschland 1933-1945 (Lemo)
 
 
 

Informationen und Dokumente zur NS-Judenverfolgung im Lebendigen Virtuellen Museum online (LeMo)
 
 
Weitere Internet-Ressourcen zu Judenverfolgung und Holocaust
 
Übersicht über Judenverfolgung ab 1933 und Holocaust bei shoa.de
 
Definition und Problematik des Begriffs "Holocaust" - Informationen bei shoa.de
 
Englischsprachige Seite der Gedenkstätte Yad Vashem zur Bedeutung der Begriffe "Shoa" und "Holocaust"
 
Englischsprachige Zeitzeugenberichte als Video-Download auf der Homepage der von Steven Spielberg gegründeten Shoah Foundation
 
Gemeinsames deutschsprachiges Internet-Portal von Shoah Foundation und Cornelsen-Verlag mit jährlichem Schülerwettbewerb, Unterrichtsmaterialien und Veranstaltungshinweisen
 
Stichworte und Erklärungen zum Holocaust bei shoa.de
 
Multimediales Projekt des Deutschen Historischen Museums und der Bundeszentrale für politische Bildung zum jüdischen Leben in Deutschland
 
 
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