Station 5: Beziehungen

Bis heute ist das Verhältnis zwischen Tschechen und Deutschen belastet.
Die Erfahrungen unter dem Protektorat im Zweiten Weltkrieg und die Erlebnisse der anschließenden Vertreibungen der Deutschen prägen nach wie vor die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern.
 
 
 
Nähe und Ferne
Der 8. Mai ist Staatsfeiertag in Tschechien: Am 8. Mai 1945 kapitulierten die deutschen Truppen und erhielten den Befehl, sich aus Prag zurückzuziehen.

Die jahrelangen Repressionen des deutschen Terrorregimes lösten eine Welle der Gewaltaktionen gegen die deutschen Bewohner in Prag und im ganzen Land aus, es begann eine ungeregelte Vertreibung der deutschen und ungarischen Bevölkerung, die sich gesetzlich auf die nach wie vor umstrittenen Beneš-Dekrete stützt.

Gemeinsame Aufarbeitung der Geschichte
Bis heute sind die Teile der Beneš-Dekrete, die die Aussiedlung und Enteignung der deutschen Volksgruppe betreffen, immer wieder Streitpunkt zwischen Deutschen und Tschechen. Die Vertriebenenverbände fordern die Aufhebung der Beneš-Dekrete und regelmäßig geistern diffuse Entschädigungsforderungen durch die Presse.
 
Prozess der Verständigung
Für die Förderung der deutsch-tschechischen Beziehungen ist es in der Zukunft wichtig, durch persönliche Begegnungen Vorurteile abzubauen und durch die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Geschichte weiterhin am Prozess der Verständigung zu arbeiten.
 
 
Hier kannst du dich genauer informieren: 
 
Die sog. Beneš-Dekreten bildeten eine rechtliche Grundlage für die Aussiedlung der in Tschechien lebenden Deutschen. Danach konnte ihnen die Staatsbürgerschaft entzogen und ihr Vermögen enteignet werden.
 
Nach der Kapitulation der Deutschen am 8. Mai 1945 begann die ungeregelte Aussiedlung der deutschen Bevölkerungsgruppe aus der CSR. Nach Schätzungen wurden bis zum August 1945 700.000 Deutsche oft begleitet von gewaltsamen Racheaktionen aus dem Land vertrieben.
 
Bis heute sind die Teile der Beneš-Dekrete, die die Aussiedlung und Enteignung der deutschen Volksgruppe betreffen, immer wieder Streitpunkt zwischen Deutschen und Tschechen. Doch es gibt auch Zeichen der Versöhnung und Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte.
 
 
Linktipps 
 
Überblick über das Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen.
 
Rede des Präsidenten der Tschechischen Republik, Václav Havel, zum tschechisch-deutschen Verhältnis, gehalten am 17. Februar 1995 im Karolinum zu Prag.
 
In ihrer Facharbeit stellt die Schülern Aneta Pavlatová eine kritische Übersicht über die Berichterstattung der FAZ über das Verhältnis von Deutschland und Tschechien zusammen und gibt einen guten Überblick über Geschichte und Bedeutung der Beneš-Dekrete.
 
In dem Essay von Ina Gamp könnt ihr euch detailliert über die aktuelle Debatte um die Beneš-Dekrete informieren.
 
Die Brücke-Most-Stiftung in Dresden fördert die deutsch-tschechische Verständigung und Zusammenarbeit und ermöglicht Begegnungen zwischen Deutschen und Tschechen.
 
 
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