Station 2: NS-Zeit: Protektorat Böhmen und Mähren

Die Konflikte zwischen Sudetendeutschen und Tschechen lieferten Hitler den Vorwand für die Zerschlagung der Tschechoslowakischen Republik 1938 und 1939.
Als Folge der NS-Willkürherrschaft wurden nach Ende des 2. Weltkriegs die Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei vertrieben.
 
 
 
Naziterror in Tschechien
Deutsche Besetzung 1938-45
Die Geschichte Tschechiens im 2. Weltkrieg ist eng verbunden mit der Geschichte der Sudetendeutschen. Die Konflikte zwischen Tschechen und Sudetendeutschen spitzten sich im Laufe der 30er Jahre zu. Ausschlaggebend dafür waren die Folgen der Weltwirtschaftskrise, die die Sudetendeutschen besonders trafen und Hitlers Machtergreifung im Januar 1933.

Die Forderung der Sudetendeutschen, an das Deutsche Reich angeschlossen zu werden und das Münchner Abkommen (1938) bildeten bereits die Vorbereitung für den Einmarsch von Hitlers Truppen im Jahr 1939.

Die Besetzung von Böhmen und Mähren hatte nicht nur die gewaltsame Unterdrückung der tschechischen Bevölkerung zur Folge, sondern auch die Verfolgung und Vernichtung der dort lebenden Juden. Bis zum Ende des Krieges wurden etwa 80.000 Juden und 6.000 Zigeuner aus Böhmen und Mähren Opfer der nationalsozialistischen Rassepolitik.
 
Vertreibungen nach Kriegsende
Die deutsche Herrschaft im Protektorat endete im Mai 1945 mit dem Prager Aufstand und dem Einmarsch sowjetischer Truppen.

Die Erfahrung der gewaltsamen, oftmals willkürlichen Herrschaft im Protektorat führte dazu, dass es vielen Tschechen unmöglich schien, weiterhin mit Deutschen zusammenzuleben. Als Folge wurden die Sudetendeutschen in der unmittelbaren Nachkriegszeit aus Böhmen und Mähren ausgesiedelt oder wie es auch heißt "vertrieben".
 
Hier kannst du dich genauer informieren: 
 
Als "Sudetendeutsche" werden heute jene Menschen deutscher Herkunft bezeichnet, die vor 1945 auf dem Staatsgebiet der 1918 gebildeten Tschechoslowakei lebten. Doch welche Rolle spielten die Sudetendeutschen in der Machtpolitik Hitlers?
 
In der Nacht vom 29. zum 30. September 1938 unterzeichneten die Vertreter der vier Staaten England, Frankreich, Italien und Deutschland das sogenannte Münchner Abkommen, mit dem sich die Tschechoslowakei verpflichtete, die Sudetengebiete ab dem 1. Oktober 1938 zu räumen.
 
Wie reagierte die tschechische Bevölkerung auf die Besetzung Böhmens und Mährens? Mehr erfahrt ihr auf dieser Seite.
 
Mit dem Einmarsch der Deutschen in die Böhmischen Länder und der Gründung des Protektorats begannen auch hier, wie im Deutschen Reich, die Unterdrückung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.
 
 
Linktipps 
 
Begriffsdefinition auf der Seite www.bohemistik.de
 
Hier könnt ihr euch genauer über das Zustandekommen des Münchner Abkommens informieren.
 
Hier könnt ihr euch genauer über die Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren informieren.
 
Hier erfahrt ihr mehr über die Ereignisse des 17. November 1939, als nach nicht erlaubten Demonstrationen gegen die deutschen Besatzer die tschechischen Hochschulen geschlossen wurden.
 
Die Tragödie von Lidice - ein Kapitel aus der tschechischen Geschichte.
 
In diesem Kapitel der tschechischen Geschichte erinnert Katrin Bock an den Beginn der Deportationen jüdischer Mitbürger im Protektorat Böhmen und Mähren vor 60 Jahren.
 
Das ghettoähnliche Lager im Nordwesten der Tschechoslowakei - Informationen mit weiterführenden Links bietet das lebendige virtuelle Museum online (LeMo).
 
 
Hier geht es weiter
 
 
 
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