Schwarz und deutsch: Jugendliche erzählen

In dem selbsproduzierten Video "DiasporAfro" erzählen afrodeutsche Jugendliche von ihren Erfahrungen im deutschen Alltag - in der Schule, im Job, in der Freizeit. In der Hip-Hop-Kultur finden viele eine Ausdrucksmöglichkeit für erlebte Diskriminierung.
 
 
 
 
Zum Ansehen braucht ihr den Windows Media Player.
Ihr könnt ihn euch hier kostenlos herunterladen:
Windows Media Player
 
 
"Das hört sich alles an wie Nigger für mich" 
 
 
Djozu:
"Das Wort Neger bedeutet eigentlich nur der letzte Dreck..."
Buza:
"Wie kann man einen Menschen als Mischling bezeichnen? Wir sind doch keine Tiere!"
Chabaska:
"Wie viele negative Begriffe gibt es zu dem Wort schwarz? Es heißt Schwarzfahren, Schwarzmarkt, 'wer hat Angst vorm schwarzen Mann?' "

 
Video: "Neger..."
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Die Statements könnt ihr in voller Länge hier nachlesen:
Interview-Texte
 
Alltagserfahrungen 
 
 
Modjacka:
"Wir gehen ungern in ein Restaurant mit Freunden. Direkt wenn Ihr die Tür aufmacht, baff! Alle starren Euch an, als wäret Ihr Aliens oder so."

Buza:
"Es ist auch meistens so, dass man von Leuten hört: Wenn Du in Deutschland bist, dann hast Du Dich zu benehmen! Solche Scheiße! Wer benimmt sich nicht von uns?"
 
Video: Alltagserfahrungen
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Zum Nachlesen:
Interview-Texte
 
In der Schule 
 
 
Chabaska:
"Ich kann Euch eine Geschichte erzählen von der Grundschule. Ich saß auf meinem Stuhl und hab geschaukelt, hin und her. In dem Moment, irgendwann mal, kam ein Lehrer rein, wo ich noch geschaukelt hab auf dem Stuhl. Da meinte er zu mir: Wir sind hier nicht in Afrika, wo Ihr auf  Bambusröhren sitzt."

 
Video: In der Schule
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Zum Nachlesen:
Interview-Texte
 
Am Arbeitsplatz 
 
 
Chabaska:
"Wenn ich krank war, hieß es, ich sei ein Simulant. Aber wenn andere Leute krank waren, dann ist das wahr. Aber ich bin ein Simulant.
[Der Chef] hat mir in die Augen gesagt, er wäre ein Rassist. Bei so was wie Dir bin ich ein stolzer Rassist, weil so was wie Dich kann ich hier nicht tolerieren."

 
 
Zum Nachlesen:
Interview-Texte
 
Afrika 
 
 
Buza:
"Allein schon in den Medien. Du siehst, da zeigen sie Afrika, da siehst Du Armut, Leute hungern, Krieg. Aber, verdammt noch mal, warum zeigen sie nicht auch die Hintergründe, wie die Sachen passiert sind. Man sieht nur die Leute sind am Verhungern, aber nicht, warum das passiert."

 
Video: Afrika in den Medien
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Zum Nachlesen:
Interview-Texte
 
Afrodeutsche 
 
Identität und Kultur
Die Bezeichnung "Afrodeutsche" steht für ein neues Selbstverständnis von Schwarzen in Deutschland, das sich in den letzten 20 Jahren herausgebildet hat und sich in Musik, Literatur und Alltagskultur äußert.
 
Im neuen Themenbereich des Exil-Clubs erfahrt ihr mehr über das Selbstverständnis von Afrodeutschen - wie sie sich in Deutschland heute sehen und welchen Bezug sie zu ihren afrikanischen Wurzeln haben.
 
 
Medienprojekt Wuppertal 
 
 
Filme von Jugendlichen über Jugendliche
Die Videoproduktion "DiaspoAfro" wurde von afrodeutschen Jugendlichen produziert und 2002 in Wuppertal uraufgeführt.
Eine Übersicht über alle Produktionen findet ihr auf der Website des Medienprojekts Wuppertal. Dort sind alle Filme in voller Länge als VHS-Videos erhältlich.
Medienprojekt Wuppertal: Videoproduktionen

Das Medienprojekt Wuppertal konzipiert und realisiert seit 1992 erfolgreich Modellprojekte aktiver Jugendvideoarbeit unter dem Motto "das bestmögliche Video für das größtmögliche Publikum".

Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich das "Medienprojekt" zur größten und ambitioniertesten Jugendvideoproduktion in Deutschland. Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14-28 Jahren werden (im Rahmen von pädagogischen Institutionen oder privat organisiert) produktorientiert bei ihren eigenen Videoproduktionen unterstützt, ihre Videos im Kino, in Schulen, Jugendeinrichtungen etc. präsentiert und als Bildungsmittel bundesweit vertrieben.
 
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