Station 5: Stars ihrer Zeit

Unter den tausenden Flüchtlingen, die Deutschland in den ersten Monaten der Nazi-Herrschaft verlassen, sind Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler, Filmregisseure und Schauspieler. In Deutschland berühmt, gehen sie mit ungewisser Zukunft ins Exil.
 
 
 
Stars ihrer Zeit
Nachdem jüdische und systemkritische Künstler aus öffentlichen Ämtern "entfernt" und ihre Werke am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz verbrannt worden waren, wurde schnell deutlich, dass die Vielfalt der Kunst und Kultur der Weimarer Republik unwiderruflich zu Ende war. Kunst und Kultur mussten sich von nun an in den Dienst des NS-Regimes und seiner Rassenideologie stellen.

Viele berühmte Schriftsteller, Schauspieler und Regisseure wie Thomas Mann, Marlene Dietrich oder Fritz Lang hatten es vorgezogen, aus Deutschland zu emigrieren. Ihre "staatsgefährdenden" oder mit der nationalsozialistischen Weltanschauung unvereinbaren Werke wurden von der Zensur verboten.

Albert Einstein, der jüdische Physik-Nobelpreisträger, bleibt nach einem Gastaufenthalt in den USA. Der Schriftsteller Kurt Tucholsky ist bereits 1929 ausgewandert. Er stirbt im schwedischen Exil.
 
Andere Autoren blieben jedoch in Deutschland und durften weiter veröffentlichen, obwohl sie dem NS-Regime kritisch gegenüberstanden. Sie zogen sich ins Privatleben und in die "innere Emigration" zurück.
 
 
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Menschen, ... 
 
Die Bücherverbrennung läutete die von den Nationalsozialisten propagierte "geistige Erneuerung" der deutschen Kunst und Literatur ein. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele Künstler und Intellektuelle Deutschland bereits verlassen, lebten und arbeiteten gegen das NS-Regime im Exil, darunter so bedeutende Literaten wie Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger oder Anna Seghers.
 
 
Informiert euch über verbrannte Dichter und Denker, die der "kulturellen Säuberung" der Nazis zum Opfer fielen.

Findet mehr heraus über die "Stars" der 30er Jahre. Weitere Informationen liefern diese Biografien.
 
 
... Movies 
 
Der Film spielte als Propagandamittel im NS-Regime eine entscheidende Rolle. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels erkannte schon früh seine Bedeutung als eines "der modernsten Massenbeeinflussungsmittel". Um dieses möglichst effektiv zu nutzen, brachten die Nationalsozialisten den gesamten Filmbetrieb unter ihre Kontrolle und schalteten alle Formen der Kritik aus. Eine starke Emigrationswelle von jüdischen und kommunistischen Schauspielern, Regisseuren und Produzenten war die Folge - mit großen künstlerischen Verlusten im Deutschen Reich. Stars wie Marlene Dietrich, Fritz Lang, Ernst Lubitsch und Billy Wilder kehrten Deutschland - häufig für immer - den Rücken.
 
 
und Musik 
 
Auch die Musik wurde von den Nationalsozialisten zum Instrument der Politik gemacht. Sie unterschieden zwischen der "wahren deutschen" und der "entarteten" Musik. Zu letzterer gehörten Komponisten wie Alban Berg, Hanns Eisler oder Paul Dessau. Andere wie Gustav Mahler oder Felix Mendelssohn-Bartholdy wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft abgelehnt.
Auch die "erste Boygroup der Welt", die Comedian Harmonists, durfte nach sensationellen Erfolgen nicht mehr auftreten, da drei der sechs Musiker "nicht-arisch" waren.
 
 
Linktipps 
 
Diese Links liefern Informationen zu den unterschiedlichen Bereichen der Station und helfen euch bei der Beantwortung der Recherche-Aufgaben. Viel Spaß!
 
Udo Lindenbergs Seite "Artists in Exile" - eine Dokumentation berühmter Intellektueller zur Zeit des Nationalsozialismus.
 
Das Deutsche Filminstitut (DIF) liefert Informationen zu zahlreichen Filmen, Regisseuren, Schauspielern und Musikern, z.B. Friedrich Holländer.
 
Material und Informationen zu Marlene Dietrich und ihren Filmen.
 
Eine Website zu Musik und Karriere der erfolgreichsten "Boygroup" der 20er Jahre.
 
 
Informationen im "Lebendigen virtuellen Museum online" (LeMo)
 
 
 
 
 
 
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