Station 5: Mach mit! - Spurensuche

Zwar sind die Polen - wie Ihr gesehen habt - eine fast unsichtbare und wenig bekannte Zuwanderergruppe. So wie die Werbung an einer Hausfassade in Bochum für eine polnische Bank aus der Zeit der "Ruhrpolen" erst auf den zweiten Blick auffällt, müsst auch Ihr genau hinschauen und werdet dann aber sicher in Eurer nächsten Umgebung fündig.
 
 
 
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Klick zum vergrößernPolnische Spuren in Bochum
Auf historischer Spurensuche könnt Ihr Euch über die Beschäftigung von Zwangsarbeitern in Eurer Stadt oder Region informieren. Gerade in den letzten Jahren gab es viele Initiativen, die sich die Erforschung der Situation der Zwangsarbeiter "vor Ort" zum Ziel gesetzt haben. Viele der Forschungsergebnisse sind auch im Internet veröffentlicht.

Die polnischen Zuwanderer, die seit den Achtzigerjahren zugewandert sind, leben in allen Bundesländern. In den Städten treten ihre Spuren am deutlichsten zutage. Gibt es Plakate beispielsweise für polnische Disco-Abende, einen "schlesischen" Marktstand, an dem man neben polnischer Wurst und speziellen Backwaren auch polnische Zeitschriften und Tütensuppen kaufen kann? Werden in einer Pfarrgemeinde der Umgebung polnischsprachige Gottesdienste abgehalten? Viele Migranten aus Polen sind aber auch in ländliche Regionen gezogen. Deshalb kann man überall fragen: Habt Ihr Mitschüler, deren Eltern zu den Zuwanderern aus Polen gehören? Leben in Eurer Straße Nachbarn, die zur Gruppe der polnischen Migranten zählen?
 
Wenn Ihr bei Eurer Suche erfolgreich seid - und Ihr findet bestimmt jemanden! - dann fragt doch mal nach, ob er oder sie zu einem Interview bereit ist um über die Erfahrungen als Zuwanderer in Deutschland zu sprechen.

Im Internet werdet Ihr über Suchmaschinen schnell auf die eine ganze Vielzahl von Seiten treffen, die von in Deutschland lebenden Zuwanderern aus Polen ins Netz gestellt worden sind. Auf diese Weise habt Ihr eine gute Möglichkeiten, weitere Informationen zur Situation der polnischen Zuwanderer in Deutschland zu erhalten.

Hier ein paar Anregungen zu möglichen Recherchethemen:

Gibt es Internet Informationen über Zwangsarbeit in Deiner Stadt oder Gemeinde, Deiner Region oder Deinem Bundesland?
 
 
Migrantinnen und Migranten haben meist viel zu erzählen. Ihr Leben teilt sich in zwei Hälften - der Zeit vor der Ausreise in Polen und der Zeit, in der sie sich mit großen Schwierigkeiten konfrontiert sahen. Findet heraus, welche das waren und vielleicht immer noch sind!
 
 
Was interessiert die Zuwanderer aus Polen? Was sind die aktuell wichtigen Fragen im Verhältnis zwischen Deutschland und Polen? Welche Probleme sehen die Zuwanderer, was soll ihrer Meinung nach dagegen getan werden? Recherchiert im Internet!
 
 
Anregungen und Tipps für die Arbeit 
 
Interviews mit Zeitzeugen sind zwar eine höchst spannende historische Quelle, zugleich muss man sich vor Augen halten, dass Zeitzeugen aus ihrer Erinnerung heraus das Geschehene nicht mehr so erzählen, wie sie "wirklich" passiert ist, sondern bewusst oder unbewusst subjektiv verzerren. Bei der Auswertung des Interviews muss man dies berücksichtigen und die Erinnerungen kritisch überprüfen.
 
Was ihr herausgefunden habt, könnt ihr nun allen Interessierten im Internet zur Verfügung stellen. Dabei hilft euch der Mach mit!-Bereich des Exil-Clubs. Hier findet ihr einen Homepage-Generator zum Erstellen eurer Website. Viele Schülerprojekte geben Anregungen zur Weiterarbeit.
 
 
Allgemeiner Tipp
Im Team macht das Arbeiten viel mehr Spaß, und ihr kommt viel schneller zu einem Ergebnis als allein: Teilt die Recherchearbeit und die spätere Umsetzung der Ergebnisse in Gruppen auf. Im Mach mit!-Bereich könnt ihr euch im Gruppenraum immer wieder alle treffen, um den Stand der Dinge zu besprechen und offene Fragen zu klären.
 
Und zum Abschluss noch ein Quiz!
 
 
 
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