Station 4: Verfolgung und Exil

Die nationalsozialistische Machtübernahme stellt viele prominente Deutsche vor eine schwere Wahl: ins Ausland zu fliehen oder zu versuchen, in Deutschland zu überleben und auf ein Ende der NS-Herrschaft zu warten. Die Entscheidung hat in jedem Fall weitreichende Folgen.
 
 
 
Exil, innere Emigration oder Anpassung?
Die Machtübernahme der Nazis stellt viele Deutsche vor die folgenschwere Frage: Ist ein Überleben in Deutschland möglich? Oder bleibt nur der Weg ins Exil? Wer in Deutschland bleibt, muss mit dem Schlimmsten rechnen. NS-Gegner müssen ihre Einstellung verheimlichen und leben in ständiger Furcht vor Spitzeln und Denunzianten.

Wer ins Exil geht, lässt oft Freunde und Familie, Beruf und Vermögen zurück und geht einer ungewissen Zukunft entgegen. Fast alle Emigranten haben große Schwierigkeiten, sich im Exil ein neues Leben aufzubauen. Nicht wenige begehen aus Verzweiflung Selbstmord.

Bereits kurz nach Hitlers Regierungsantritt fliehen die ersten Gegner der Regierung ins Ausland, um der drohenden Verhaftung zu entgehen. Wer in Deutschland bleibt, muss Schlimmstes befürchten.
 
So wird zum Beispiel der pazifistische Journalist Carl von Ossietzky am 28. Februar 1933 festgenommen, gefoltert und in das Konzentrationslager Sonnenburg bei Küstrin eingeliefert. Später wird er ins KZ Papenburg (Emsland) verlegt. 1935 erhält er den Friedensnobelpreis, darf ihn aber nicht annehmen. 1938 stirbt er in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen der Haft.

Allerdings gibt es auch zahlreiche Deutsche, die sich schnell den neuen Lebensbedingung anpassen. Als "unpolitische" Bürger dulden sie den NS-Terror oder werden Mittäter - als Rädchen im Getriebe der NS-Herrschaft.
 
 
Hier geht es weiter
 
 
 
NS-Terror gegen Regimegegner 
 
Nach dem Reichstagsbrand geht das NS-Regime mit brutaler Härte gegen seine Gegner vor. Willkürliche Verhaftungen finden täglich zu Hunderten statt. Was das für die Betroffenen heißt, könnt ihr hier nachlesen.
 
 
Verhaftung, Exil, innere Emigration: Schicksale bekannter Deutscher 
 
Exil oder Dableiben: eine schwere Wahl. Hier erfahrt ihr, wie sich Regimegegner, Schriftsteller, Schauspieler und Künstler entschieden haben - und welche Konsequenzen sich daraus für die Betroffenen ergaben.
 
Widerstand, innere Emigration, Anpassung oder Mittäterschaft -
Schriftsteller und Künstler während der NS-Diktatur
 
 
Zeitzeugeninterviews und Aufzeichnungen 
 
Wie erlebte die Bevölkerung den NS-Terror ab 1933?
Wir haben für euch die Erinnerungen von Zeitzeugen aufgezeichnet. Ihr könnt euch die Interviews hier wahlweise anhören oder nachlesen.
 
 
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