Dalai Lama

Seit 1959 lebt der Dalai Lama im indischen Exil. Sein Einsatz für Gewaltlosigkeit und die Rechte seines Volks wurden mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt.
 
 
 
Tenzin Gyoatso, 14. Dalai Lama
Der Dalai Lama gilt als das geistliche und politische Oberhaupt des tibetanischen Buddhismus und als Reinkarnation seines jeweiligen Vorgängers. Die Buddhisten glauben, dass die Seele des Dalai-Lama nach seinem Tod in den Körper eines männlichen Neugeborenen eingeht, der dann zum neuen Dalai-Lama ernannt wird.

Der aktuelle Dalai Lama, Tenzin Gyoatso, war 14 Jahre lang das geistliche Oberhaupt der Tibeter, als die Chinesen sein Land besetzten. Alle Bemühungen um eine friedliche Lösung scheiterten an der Politik Maos. Schließlich kam es am 10. März 1959 zum bewaffneten Volksaufstand.
 
Noch am gleichen Tag floh der für Gewaltlosigkeit eintretende Dalai Lama ins indische Exil. Seitdem setzt er sich für die Rechte seines Volkesebenso ein wie für eine friedliche Beilegung der Konflikte mit den chinesischen Besatzern.

Im Exil wurde der Dalai Lama zum Modernisierer der tibetischen Gesellschaft.
1963 verkündete er den Entwurf einer demokratischen Verfassung für ein zukünftiges freies Tibet. Für seinen Einsatz für Menschenrechte und einen gewaltlosen Kompromiss mit China wurde das Oberhaupt der Exil-Tibeter mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
 
Kurzbiografie 
 
Juli 1935 Tenzin Gyoatso wird im Nordosten von Tibet geboren.
 
1937 Anerkennung als Wiedergeburt seines Vorgängers entsprechend der tibetischen Tradition.
 
Beginn der Ausbildung in Dialektik, tibetischer Kunst und Kultur, Grammatik und Sprachwissenschaft, Medizin und buddhistischer Philosophie.
 
1949 Besetzung Tibets durch Truppen der Volksrepublik China.
 
November 1950 Übertragung der Herrschaft Tibets auf den Fünfzehnjährigen.
 
1954 Verhandlungen in Peking mit Mao Tsetung, Chou En-lai und Deng Xiaping über eine friedliche Lösung des Tibetproblems scheitern an der harten Haltung Chinas.
 
1959 Abschlussexamen, Titel eines Lharampa-Geshe (höchster Ausbildungsgrad der tibetischen Klöster).
 
10. März 1959 Volksaufstand in Lhasa, Flucht des Dalai Lama ins indische Exil.
 
In Dharamsala (Nordindien) Aufbau einer demokratischen Exil-Regierung.
 
1963 Entwurf einer demokratischen Verfassung für ein zukünftiges freies Tibet.
 
Aufbau eines modernen Bildungssystems im Exil, Neugründung von über 200 Klöstern in aller Welt.
 
Ständige Bemühungen um einen friedlichen Dialog mit China und eine gewaltlose Einigung.
 
1987 Erläuterung eines Fünf-Punkte-Friedensplan vor dem Straßburger Europaparlament.
 
1989 Friedensnobelpreis
 
1998 Bekanntgabe des Dalai-Lamas, dass er keinen Nachfolger haben wolle, denn die Demokratie sei das beste Gesellschaftssystem: "Wenn eine Institution, die vor 600 Jahren entstanden ist, in der modernen Zeit ihre Bedeutung verliert, ist es logisch, sie abzuschaffen".
 
 
Linktipps 
 
Dalai-Lama-Biografie des tibetischen Zentrums Hamburg.
 
Biografie, politische, kulturelle und religiöse Hintergründe, Interviews, Reden, Botschaft zum 50. Jahrestag der Universellen Erklärung der Menschenrechte, Links.
 
Dalai-Lama-Interview des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatts 1995.

 
 
Seite druckenZum Seitenanfang