Muhammad Ali

Was Ali - zum Teil unter seinem "Sklavennamen" Cassius Clay - sportlich erkämpft hatte, verlor er wegen seiner religiös und politisch motivierten Kriegsdienstverweigerung: Ein US-Gericht erkannte ihm alle seine Box-Titel ab und verhängte über den Weltmeister ein mehrere Jahre dauerndes Berufs- und Ausreiseverbot.
 
 
 
Muhammad Ali
Muhammad Ali ist nicht nur für viele Afro-Amerikaner eine Identifikationsfigur. Zu seinen Erfolgen als Sportler kommen dabei sein politischer Einsatz im Umfeld der Black-Power-Bewegung der USA Ende der sechziger Jahre und seine Missionen als Sonderbotschafter seines Landes, insbesondere in Afrika und islamischen Ländern.

Als Boxer hat Ali alles erreicht: Olympiasieg 1960, dreifacher Weltmeister im Schwergewicht, späte Ehrungen (Bei den olympischen Spielen 1996 in Atlanta entzündet Ali das Olympische Feuer).
 
Unterbrochen wurde diese Karriere allerdings durch Alis Kriegsdienstverweigerung, die anschließende Verurteilung zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe (gegen Kaution ausgesetzt), den Einzug seiner Medaillen und Titel sowie ein mehrjähriges Box- und Ausreiseverbot.
 
Kurzbiografie 
 
17. April 1942 Ali wird in Louisville, Kentucky (USA) unter dem Namen Cassius Clay geboren.
 
1954 fängt Clay als Zwölfjähriger mit dem Boxen an.
 
1960 Gewinn der Goldmedaille im Halbschwergewicht bei den Olympischen Spielen in Rom. Kurz danach wird Clay Profi-Boxer.
 
1964 Weltmeisterschaft aller Klassen durch Sieg über Sonny Liston.
Clay schließt sich der Black-Muslim-Bewegung an und ändert seinen Namen in Muhammad Ali.
 
1967 verweigert Ali aus Gewissensgründen den Kriegsdienst in Vietnam.
Verurteilung zu fünf Jahren Gefängnis, Goldmedaille und Weltmeister-Titel werden aberkannt, ebenfalls seine Boxlizenz.
Mit der Beschlagnahmung seines Passes erhält Ali zudem Ausreiseverbot.
Gegen Zahlung einer Kaution bleibt er jedoch in Freiheit.
 
1970 Rehabilitation - der oberste Gerichtshof der USA erklärt die Urteile gegen Ali für ungültig.
 
1974 gewinnt Ali den WM-Kampf gegen George Foreman in Kinshasa und wird zum zweiten Mal Box-Weltmeister aller Klassen.
 
1978 verliert Ali seinen Titel gegen Leon Spinks, holt ihn sich aber im gleichen Jahr wieder.
 
1980 Afrikareise im Auftrag der US-Regierung, um nach dem russischen Einmarsch in Afghanistan für den Boykott der Olympischen Sommerspiele in Moskau zu werben.
 
1981 beendet Ali seine Karriere als Profiboxer endgültig.
 
Seit Anfang der 80er leidet er an der Parkinson-Krankheit.
 
1990 erreicht Ali während der Golfkrise als Sonderbotschafter die Freilassung von 15 Landsleuten aus dem Irak.
 
1996 begleitet er einen Transport medizinischer Hilfsgüter nach Kuba und trifft mit Fidel Castro zusammen.
 
1996 Ali entzündet das olympische Feuer bei den Sommerspielen in Atlanta.
 
1997 wird der legendäre Kampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman in Kinshasa am 30. Oktober 1974 in dem mit einem Oscar prämierten Dokumentarfilm "When We Were Kings" verfilmt.
 
September 1998 Ali wird zum Friedensbotschafter der Vereinten Nationen ernannt.
 
November 1999 Auszeichnung in Wien als "Sportler des Jahrhunderts".
 
2001 Der Film "Ali" visualisiert das Leben des legendären Boxers mit Will Smith in der Hauptrolle.
 
 
Linktipps 
 
Deutsche Fanpage von 2000 mit ausführlicher Biografie. Alle Lebensstationen Alis werden ausführlich angesprochen, u.a. auch seine Jugend und die Zeit des Berufsverbots. Außerdem: Anekdoten und Hörbeispiele, O-Töne Ali des "Größten".
 
Boxseite mit kurzem Abriss von Alis Sportler-Karriere. Alis Kriegsdienstverweigerung und die Folgen werden erwähnt. Buchtipps, Presselinks zu Alis 60. Geburtstag 2002.
 
Kurze Biografie aus der Microsoft-Enzyklopädie mit Schwerpunkt auf Alis sportlicher Karriere.
 
 
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