Lion Feuchtwanger

Trotz des Ansehens seines Vaters fühlte sich Feuchtwanger immer als gesellschaftlich benachteiligter Jude. Dieses Thema verarbeitete er in zahlreichen Werken, wie  "Die Geschwister Oppermann" oder "Jud Süß".
 
 
 
Lion Feuchtwanger 1884-1958
Der jüdische Schriftsteller Lion Feuchtwanger erlangte mit seinen historischen Romanen Weltruhm. Besonders der Roman "Jud Süß" machte ihn international bekannt. Hier untersucht er die Frage nach der Möglichkeit einer Integration der Juden in Deutschland.

Als 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kamen, emigrierte Feuchtwanger nach Frankreich, wo er politisch zu schreiben begann. So beschreibt "Die Geschwister Oppenheim" das Schicksal einer deutsch- jüdischen Familie in Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus. Das jüdische Volk blieb Zeit seines Lebens das zentrale Thema in seinem Gesamtwerk.
 
Kurzbiografie 
 
7. Juli 1884 Lion Feuchtwanger wird als Sohn eines jüdischen Fabrikanten in München geboren.
 
ab 1903 Studium der Germanistik und Geschichte in München.
 
1907 Dissertation über Heinrich Heines "Rabbi von Bacharach", Arbeit als Dramaturg am Theater in München.
 
1914 Feuchtwanger wird auf einer Tunesien-Reise inhaftiert, flieht nach Deutschland und beteiligt sich an den revolutionären Ereignissen 1918/19 in Berlin.
 
ab 1914 Militärdienst in München, Verfassen von Theaterstücken mit politischem Inhalt: Feuchtwanger wird einer der frühen Kriegsgegner.
 
1918 Veröffentlichung des Dramas "Jud Süß", spätere Erweiterung zum Roman
 
1925 Veröffentlichung des Romans "Jud Süß".
 
1933 Feuchtwanger wird als pazifistisch-sozialkritscher Schriftsteller aus Deutschland ausgebürgert, seine Werke werden verbrannt.
 
Flucht nach Frankreich, Feuchtwanger beginnt politisch zu schreiben: Sein Roman "Die Geschwister Oppenheim" schildert das Schicksal einer deutsch-jüdischen Familie in Berlin zur Zeit des NS-Regimes.
 
1940 Der Roman "Exil" verdeutlicht Feuchtwangers sozialistische Einstellung.
Flucht über Spanien und Portugal nach Los Angeles, wo er u.a. mit Bertold Brecht die Emigrantenzeitschrift "Das Wort" herausgibt.
 
1948 Feuchtwanger wird im Zuge der Verfolgung von Sozialisten und Kommunisten unter Joseph McCarthy (1908-1957) des Kommunismus verdächtigt, Verweigerung der US-Staatsbürgerschaft.
 
21. Dezember 1958 Lion Feuchtwanger stirbt in Los Angeles.
 
 
Linktipps 
 
Bücherverbrennung
    Lernstation des Exil-Clubs zu NS-Diktatur und Exil.
 
Eine ausführliche Biografie Lion Feuchtwangers bietet das "Lebendige virtuelle Museum Online" (LeMO).
 
Der Roman von Lion Feuchtwanger erschien 1930 als erster Teil des Zyklus "Der Wartesaal". Als weitere Teile erschienen "Die Geschwister Oppenheim" (1933) und "Exil" (1940). Eine Seite des LeMO.
 
In seinem Buch "Der Teufel in Frankreich" beschreibt Feuchtwanger seine Internierung und den Lageraufenthalt in Les Milles und Nîmes sowie Flucht und Fluchtversuche. Eine Seite der Universität Potsdam.
 
 
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