Marion Gräfin Dönhoff

Trotz ihrer adligen Herkunft empfindet Marion Gräfin Dönhoff schon sehr früh eher Sympathie für die 1918 ausgerufene Republik als für das Kaiserreich.
 
 
 
Marion Gräfin Dönhoff 1909-2002
Als heftige Gegnerin des nationalsozialistischen Regimes tritt die "rote Gräfin" schon bald nach Kriegsbeginn der Widerstandsbewegung gegen Hitler bei. Sie gehört zum "Kreisauer Kreis" um Graf von Moltke Peter Graf Yorck und Graf Stauffenberg und stellt Kontakte zwischen Ostpreußen und Berlin her.

Nach dem Scheitern des Attentats vom 20.Juli 1944 gerät sie selbst unter Verdacht, kann sich jedoch den Verhören der Gestapo entziehen. Nach dem Krieg muss sie aus Ostpreußen fliehen und kommt zunächst bei Freunden in Westfalen unter.

Am 20.07.1945 veröffentlicht sie eine Dokumentation über ihre Freunde vom 20. Juli. Dönhoff reist zu den Nürnberger Prozessen. Sie kritisiert das einseitige Deutschlandbild der Alliierten, das die Existenz eines deutschen Widerstands leugnet.
 
Als Herausgeberin und Chefredakteurin der ZEIT setzte sie sich in der jungen deutschen Republik immer wieder für eine versöhnende Ost-Politik und die deutsche Wiedervereinigung ein.
 
Kurzbiografie 
 
2. Dezember 1909 Marion Hedda Ilse Gräfin Dönhoff wird auf dem Familiensitz Schloß Friedrichstein in Ostpreußen geboren.
 
ab 1932 Volkswirtschaftsstudium in Frankfurt/Main.
 
1933 Marion Gräfin Dönhoff lehnt das NS-Regimes ab, sie verteilt Flugblätter gegen die Nationalsozialisten und wird wegen ihrer Sympathien für die Linken als die "rote Gräfin" bekannt.
Aus Angst vor Verfolgung setzt sie ihr Studium in Basel fort.
 
1935 Promotion über die Entstehung und Verwaltung des Familienbesitzes.
 
1939 Übernahme der Gutsverwaltung.
 
1940-45 Dönhoff führt das Doppelleben einer regimetreuen Gräfin und Widerstandskämpferin. Sie beteiligt sich am Widerstand unter Graf von Stauffenberg.
 
20. Juli 1944 Graf Stauffenbergs Attentat auf Hitler scheitert. Dönhoff gerät unter Verdacht, wird von der Gestapo verhört, aber wieder frei gelassen.
 
24. Januar 1945 Einmarsch der Sowjetarmee. Marion Gräfin Dönhoff muss in den Westen fliehen. Schloss Friedrichstein wird vollständig zerstört.
 
ab 1946 Arbeit als freie Mitarbeiterin bei der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT.
 
1955 Gräfin Dönhoff wird stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT. Sie engagiert sich eine versöhnende Ost-Politik und die deutsche Wiedervereinigung.
 
1962 Veröffentlichung von "Namen, die keiner mehr kennt: Ostpreußen, Menschen und Geschichte". Darin berichtet Dönhoff von ihrer Flucht im Jahr 1945.
 
1968 Gräfin Dönhoff wird Chefredakteurin der ZEIT.
 
1971 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
 
1972 Gräfin Dönhoff wird Herausgeberin der ZEIT.
 
1988 Erscheinen der autobiografischen Schrift "Kindheit in Ostpreußen".
Marion Gräfin Dönhoff wird der Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf verliehen.
 
1996 Alice Schwarzer veröffentlicht eine Biographie über das Leben Marion Gräfin Dönhoffs: "Marion Dönhoff - Ein widerständiges Leben".
 
11. März 2002 Marion Gräfin Dönhoff stirbt in Hamburg.
 
 
Linktipps 
 
Ein Internet-Projekt des Marion-Dönhoff-Gymnasiums in Lahnstein im Rahmen des Exil-Club-Wettbewerbs 2002.
 
 
Eine ausführliche Biografie der Gräfin im "Lebendigen virtuellen Museum Online" (LeMO) mit weiterführenden Links.
 
Sie ist grossherzig, liberal - und skeptisch: Marion Gräfin Dönhoff wirbt für ein neues Denken in Politik und Wirtschaft.
 
Marion Gräfin Dönhoff und Dr. Thomas Assheuer sprechen auf den Auricher Wissenschaftstagen mit Schülern eines Gymnasiums.
 
 
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