Erich Ohser

Wer kennt sie nicht, die lustigen Bildergeschichten von "Vater und Sohn"? Weniger bekannt hingegen ist der Zeichner selbst: e.o. plauen alias Erich Ohser.
 
 
 
Erich Ohser 1903-1944
Erich Ohser wurde am 18. März 1903 im Vogtland geboren. 1907 zog die Familie nach Plauen, dem Ort, der Ohser später seinen Namen gab.

Schon während seines Studiums zeichnete er, wobei sein soziales und politisches Interesse seine Zeichnungen prägte. Gefördert wurde er dabei von zwei Freunden: Redakteur Erich Knauf, der wie Ohser aus Plauen stammte und der angehende Schriftsteller und Redakteur Erich Kästner, der zu dieser Zeit in Leipzig Literatur studierte.
 
Kästner beschreibt seinen Freund Ohser als einen "rauflustigen Kritiker seiner Zeit". Ohser "verlachte Spießer und Heuchler, er attakierte die Bürokratie, er focht für die Freiheit des Einzelnen und gegen die Dummheit der meisten."
 
Kurzbiografie 
 
18. März 1903 Erich Ohser wird in Untergettengrün im Vogtland geboren.
 
1907 Umzug der Familie nach Plauen
 
1917 Ohser beginnt eine Schlosserlehre
 
1921 - 1926 Studium an der "Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe" in Leipzig, Nebenverdienst durch Zeichnungen für Werbebroschüren, Plakte und die Presse
 
1923 erstes Treffen mit Erich Kästner, aus dem eine langjährige Freundschaft entsteht.
 
Aufträge als Buchillustrator (u.a. für Gedichtbände Kästners), als Schnellzeichner für Werner Fincks Kabarett "Die Katakombe" und als Karikaturist für den "Querschnitt" und den sozialdemokratischen "Vorwärts".
 
1929 Fahrt mit Kästner nach Paris, 1930 nach Moskau und Leningrad. Hier beginnt Ohsers Abneigung gegen den Kommunismus.
 
10. Mai 1933 Bücherverbrennung, u.a. auch Kästners Bücher mit Illustrationen Ohsers.
 
1934 Publikationsverbot aufgrund seiner Zeichnungen, mit denen er Hitler und Goebbels öffentlich verspottet.
 
Ende 1934 Arbeitserlaubnis als unpolitischer Zeichner für die Berliner Illustrierte unter dem Pseudonym e. o. plauen (Erich Ohser aus Plauen): "Vater und Sohn" Geschichten werden veröffentlicht.
 
1934-1937 wöchentliches erscheinen einer Vater und Sohn-Bildgeschichte, große Resonanz beim Publikum.
 
1935 Veröffentlichung eines ersten Bandes mit 50 Vater und Sohn-Bildgeschichten im Ullstein Verlag (erreicht bis Kriegsbeginn eine Auflage von 90.000 Exemplaren).
 
1940 Arbeit als politischer Zeichner für "Das Reich", Karikaturen der alliierten Kriegsgegner Deutschlands
 
28. März 1944 Ohser wird von einem Nachbarn aufgrund kritischer Äußerungen gegen das NS-Regime an die Gestapo verraten.
 
5. April 1944 Ohser nimmt sich einen Tag vor Verhandlungsbeginn in seiner Zelle das Leben.
 
 
Linktipps 
 
Die große Homepage des Südverlags über Erich Ohser mit zahlreichen Informationen und Bildern.
 
Zum 100. Geburtstag Erich Ohsers am 18.03.2003, der unter dem Pseudonym e.o.plauen weltberühmt wurde, zeigt der Webkatalog von und für Journalisten eine virtuelle Ausstellung mit den besten Bildergeschichten.
 
13.12.1934: Die erste "Vater und Sohn" -Bildgeschichte erscheint - ein Artikel von "br-online"
 
Biografisches zur Ohser-Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum Hannober bei comic.de
 
 
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