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Ovid

Kaiser Augustus ließ Ovids Werke zwar nach dessen Tod aus den öffentlichen Bibliotheken entfernen, konnte aber den Nachruhm des Dichters nicht verhindern. Sein Schaffen beeinflusste die Literatur der folgenden Epochen nachhaltig.
 
 
 
Ovid 43 v.Chr.-17 n.Chr.
Publius Ovidius Naso entstammte einer begüterten Ritterfamilie, wurde in Rom erzogen und sollte nach seines Vaters Wunsch Jurist werden, weshalb er eine rhetorische Ausbildung erhielt. Aber seine Neigung trieb ihn mit aller Macht zur Dichtkunst hin. Er reiste nach Kleinasien und Sizilien, studierte dann in Athen und bekleidete später die niedrigen Ämter der römischen Laufbahn.

Seine erste Dichtung machte ihn schon in früher Jugend ziemlich berühmt, sehr zum Leidwesen des inzwischen zu Augustus gewordenen Oktavian, dessen einzige Tochter Julia die Liebesgedichte Ovids höchst genüsslich zu verschlingen pflegte.
 
Im Jahre 8 n.Chr wurde er aus nicht mehr exakt rekonstruierbaren Gründen von Augustus in die Verbannung geschickt, und zwar nach Tomi am Schwarzen Meer (heute rumänische Küste), was für einen stadtgewohnten Römer gleichbedeutend war mit dem Ende der Welt - er selbst nennt dafür ein Gedicht und einen begangenen Fehler (s.o. Julia!) als Ursache. Mehreren Versuchen, mit Hilfe von Gnadengesuchen eine Aufhebung seiner Verbannung zu bewirken, blieben zu Lebzeiten des Augustus erfolglos, erst recht unter dessen Nachfolger Tiberius, welcher Dichter als besseres Fischfutter zu bezeichnen pflegte.

Ovid starb im Jahre 18 in Tomi. Sein Werk ist sehr umfangreich, seine Nachwirkungen auf die abendländische Kultur sind in Dichtung, bildender Kunst und v.a. in der Musik kaum zu überschätzen.
 
Kurzbiografie 
 
20. März des Jahres 43 v.Chr. Publius Ovidius Naso wird als Sohn einer wohlhabenden Adelsfamilie in Sulmo (heute Sulmona) bei Rom geboren.
 
Studium der Rhetorik
 
23 und 16 v. Chr. Das Erstlingswerks "Amores" ("Die Liebeselegien") entsteht.
 
10 v. Chr. Erscheinen  der "Heroides" (oder "Epistulae Heroidum"), welche die griechische Sagenwelt wiederspiegeln.
 
1 v. Chr. In den "Ars amatoria" ("Liebeskunst")beschreibt Ovid die Kunst der Verführung und Liebe.
 
Die bekannten "Metamorphosen" (Verwandlungen) enthalten rund 250 Verwandlungssagen aus der griechischen und römischen Mythologie enthält. Das Epos beginnt mit der Schöpfung des Universums und endet mit dem Tod und der Vergöttlichung Julius Caesars.
 
2 und 8 n. Chr. Entstehungszeit der "Fasti", die die römischen Feste und die mit ihnen verknüpften Sagen beschreiben und bestimmte kultische Rituale erläutern.
 
8 n. Chr. Ovid wird von Augustus ins Exil nach Tomis (dem heutigen Constanta in Rumänien) geschickt. Ovid selbst nannte als Grund die Veröffentlichung seiner "Ars amatoria", das dem Kaiser moralisch verwerflich erschienen sei. Wahrscheinlicher ist aber, dass er in der Gunst des Augustus sank, da er von einem Skandal wusste, in den die Enkelin des Kaisers verwickelt war.
 
Die Werke aus Ovids Exilzeit spiegeln Hoffnung auf eine mögliche Rückkehr nach Rom wieder, z.B. die "Tristia".
 
17 n. Chr. Ovid stirbt als Ehrenbürger der Stadt Tomis.
 
Kaiser Augustus lässt Ovids Werke nach dessen Tod aus den öffentlichen Bibliotheken entfernen.
 
 
 
 
Kommentierte Linkliste zur Literatur aus dem Exil bei Cicero, Ovid und Seneca.
 
Biografie, Werk, Illustrationen  und zahlreiche weiterführende Links.
 
Ein Unterrichtsprojekt von Ulrich Schmitzer zu den Exilgedichten Ovids im Unterricht.
 
 
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