Salman Rushdie

In Bombay als Sohn einer liberalen Moslem-Familie geboren, wurde Rushdie weltweit bekannt durch seinen Roman "Mitternachtskinder" (1981).
 
 
 
Salman Rushdie
In seinen Werken, die an die Traditionen des Schelmenromans und des magischen Realismus anknüpfen, beschäftigt sich der Autor, seit Mitte der sechziger Jahre britischer Staatsbürger, immer wieder mit dem Islam und dessen Rolle in der modernen Welt.
Der 1988 erschienene Roman Die Satanischen Verse wird von strenggläubigen Moslems als blasphemische Verspottung des Korans aufgefasst und in mehreren Ländern, darunter Ägypten, Saudi-Arabien, Indien und Pakistan, verboten.
 
Der iranische Revolutionsführer Khomeini ruft im gleichen Jahr alle Muslime zur Ermordung Rushdies auf. Eine Entschuldigung Rushdies lehnt er ab.
Zehn Jahre lang muss sich Rushdie verstecken, wechselt ständig seinen Aufenthaltsort und tritt nur als Überraschungsgast bei Veranstaltungen an die Öffentlichkeit. Es kommt zu Anschlägen auf Übersetzer und Verleger des Romans.

Schriftsteller aus aller Welt solidarisieren sich mit Rushdie. Die Europäische Union drängt in Verhandlungen auf die Aufhebung des Todesurteils - zunächst vergeblich. Erst der liberale iranische Staatspräsident Chatami lässt seine Bereitschaft zum Einlenken erkennen. Offiziell aufgehoben wird das Urteil gegen Rushdie allerdings nicht. Heute lebt der Schriftsteller in New York.
 
Kurzbiografie 
 
19. Juni 1947 Geburt als Sohn eines Kaufmanns in Bombay (Indien).
 
ab 1961 Besuch der englischen Elite-Schule Rugby.
 
Studium in Cambridge, u.a. islamische Geschichte.
 
1964 Annahme der britischen Staatsbürgerschaft.
 
Aufenthalt in Pakistan, Rückkehr nach England wegen politisch motivierten Repressionen gegen seine Familie.
 
1974 Erste Romanveröffentlichung: "Grimus".
 
1981 "Midnight's Children" ("Mitternachtskinder"), eine allegorische Darstellung der indischen Geschiche. Der Roman wird ein Welterfolg.
 
1988 "Die Satanischen Verse" (Roman).
 
1989 Verbot der "Satanischen Verse" in mehreren islamischen Ländern, Ayatollah Khomeini ruft zur Ermordung Rushdies auf.
 
1989-98 lebt Rushdie in ständig wechselnden Verstecken.
 
1991 Rushdies japanischer Übersetzer wird ermordet, weitere Anschläge auf Übersetzer und Verleger der "Satanischen Verse".
 
1992 Die von fanatischen Moslems auf Rushdies Kopf ausgesetzte Summe erreicht 5 Millionen US-Dollar.
 
1996 "Des Mauren letzter Seufzer" (Roman).
 
1998 Die iranische Regierung distanziert sich vom Todesurteil gegen Rushdie. Er verlässt sein Versteck und tritt wieder in der Öffentlichkeit auf.
 
2001 "Wut" (Roman), Beschreibung des Lebensgefühls in New York kurz vor den Anschlägen vom 11. September.
 
 
Linktipps 
 
Rushdie-Biografie, Werkbeschreibung und Veröffentlichungsgeschichte.
 
Zehn Jahre im Untergrund. Chronik der Verfolgung Rushdies von 1989 bis 1998.
 
Inhaltsangaben und Auszüge von Mitternachtskinder und Wut.
 
 
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