|  | Heimat war für Sándor Márai auch und vor allem die ungarische Sprache, an der er auch nach Jahrzehnten im Exil festhielt und die für ihn ebenso Insel der Freiheit wie Isolation bedeutete. 1900 als Sohn eines angesehenen Anwalts geboren, gab er schon früh seiner Leidenschaft für die Literatur nach: Seinen ersten Gedichtband veröffentlichte er mit 18. Als Student in Berlin begeisterte er sich für zeitgenössische Autoren wie Kafka und Trakl.
Anfang der zwanziger Jahre ging Márai nach Paris. Nach der Emigration aus dem kommunistischen Nachkriegsungarn in die USA, abgeschnitten von seiner europäisch-intellektuellen Welt, verbrachte Márai die zweite Hälfte seines Lebens bis zu seinem Freitod 1989 in zunehmender Vereinsamung. |
Seine Wiederentdeckung war eine der großen literarischen Sensationen der letzten Jahre. Mit dem Roman "Die Glut" eroberte der ungarische Schriftsteller Sándor Márai die deutschen Bestsellerlisten - mehr als zehn Jahre nach seinem Tod.
Kurzbiografie  | 11. April 1900 Geburt in Kassa (Kaschau, heute Kosice, Slowakei) als Sohn eines deutschstämmigen Rechtsannwalts |  | 1919 Studium in Leipzig, Frankfurt/Main und Berlin |  | 1923 Heirat der Jüdin Ilona Matzner, Auswanderung nach Paris |  | ab 1923 Arbeit als Korrepondent der renommierten Frankfurter Zeitung in Paris |  | 1928 Rückkehr nach Ungarn; Entschluss, als Manifestation seiner kulturellen Identität, in ungarischer Sprache zu schreiben |  | 1938 Veröffentlichung von "Das Vermächtnis der Eszter" |  | 1942 Veröffentlichung des Romans "Die Glut" |  | 1948 das kommunistische Nachkriegsungarn legt Márai die Ausreihe nahe |
 | 1948 Auswanderung nach Neapel, es folgen vier Jahrzehnte unsteten Lebens im Exil (mit Aufenthalten in der Schweiz, New York, Salerno, Kanada, Kalifornien) in finanzieller Enge und Einsamkeit |  | 1986 Tod der Ehefrau |  | 22. Februar 1989 Márai nimmt sich in San Diego (Kalifornien) das Leben |  | 1999 Wiederentdeckung der Werke Márais auf der Frankfurter Buchmesse, auf der die ungarische Literatur in den Mittelpunkt gerückt wurde |
Buchtipp Wenn Ihr mehr über diesen Schriftsteller Sándor Márai wissen wollt, dann lest die bebilderte Biographie von Ernö Zeltner, die nicht nur ein Schriftstellerleben erzählt, sondern das ganze zerrissene Jahrhundert widerspiegelt. Krieg, Exil, Einsamkeit, Verlust der Sprache, Verlust der Heimat, darüber fast Verlust des Schreibenkönnens. |