Sigmund Freud

"Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: 'Was will eine Frau eigentlich?'"
 
 
 
Sigmund Freud 1856-1939
Der Begründer der Psychoanalyse wurde angegriffen wie kaum ein anderer Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts - von Kollegen, Intellektuellen, Kirchenvertretern und Politikern.
Besonders den Anhängern der großen Ideologien der Zeit missfiel Freuds Trieblehre, deren Menschenbild sich nur schwer mit den eigenen Welterklärungsmodellen in Übereinstimmung bringen ließ.

Nach Freud wird das menschliche Verhalten vor allem durch sexuelle Kräfte geprägt. Hauptantrieb ist die "Libido" (Geschlechtstrieb).
 
Später setzte ihr Freud als Gegenkraft den "Todestrieb" zur Seite. Anerzogene Verdrängungsmechanismen verschieben das Wirken dieser Kräfte laut Freud in das von ihm postulierte "Unbewußte". Aus diesem schwer zugänglichen Bereich machen sie sich dem Bewußtsein als Störungen, als "Neurosen" bemerkbar.

Freuds radikaler wissenschaftlicher Ansatz war für die 1933 in Berlin an die Macht gekommenen und 1938 in Freuds Heimat Österreich einmarschierten Nazis ein Musterbeispiel für den angeblich "zersetzenden" Einfluß jüdischer Intelligenz.
Seine Schriften wurden 1933 als "jüdische Pornografie" verbrannt.
Freud selbst starb 1939 in London, wohin er ein Jahr vorher vor der Verfolgung durch die Nazis geflohen war.
 
Kurzbiografie 
 
6. Mai 1856 Geburt als Sohn des jüdischer Eltern in Freiberg (heute: Pribor/Tschechien)
 
1873 - 1881 Medizinstudium in Wien
 
1882-85 Arzt am Wiener Allgemeinen Krankenhaus
 
1885-1902 Dozent für Neuropathologie an der Wiener Universität,
hirnanatomische Forschungen
 
1895 "Studien über die Hysterie": Vorstellung seiner Methode der "freien Assoziation"
 
1897 Theorie des "Ödipus-Komplexes"
 
1900 Veröffentlichung der "Traumdeutung", Grundlegende Begriffe der frühen Psychoanalyse
 
1902 Professur für Neuropathologie in Wien
 
1910 Gründung der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, Vorsitzender wird Freuds damaliger Schüler C.G. Jung
 
1913 "Totem und Tabu" wird veröffentlicht. In diesem Aufsatz führt Freud
Religion und sozialen Zusammenhalt auf verdrängte Inzestwünsche und Aggressionen zurück
 
1920 "Jenseits des Lustprinzips": Freud ersetzt die Wunscherfüllungstheorie durch die Dualität von Tod und Eros als grundlegende Wirkkräfte der menschlichen Psyche
 
1923-1930 Modell der menschlichen Psyche: Ich (Vermittlungsinstanz), Es (Unterbewusstsein), Über-Ich (Auferlegte Normen und Verhaltensmuster)
 
1933 verfasst Freud gemeinsam mit Albert Einstein die Schrift "Warum Krieg?"
 
1933 In Deutschland werden Freuds Werke von den Nazis verbrannt
 
1938 Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Wien wird Freud durch nationalsozialistische Repressionen ins Exil nach London getrieben
 
23. September 1939 Tod in London
 
 
Linktipps 
 
Kurzer Lebenslauf, Schwerpunkt auf Freuds medizinischer Karriere. Freuds psychologische Grundannahmen werden einfach und verständlich erklärt.
 
Ausführlicher Lebenslauf, Zitate, Querverweise und kurze Erklärung der wesentlichen Fachbegriffe.
 
Biografische Daten, Freuds Theorien und sein Verhältnis zur (jüdischen) Religion werden ausführlich und verständlich erklärt.
 
Übersichtlicher Lebenslauf Freuds mit den wichtigsten biografischen und wissenschaftlichen Daten.
 
 
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