|  | Lange bekannte sich der Schriftsteller zu seiner unpolitischen Haltung - im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich. Dies änderte sich erst in der Weimarer Republik, als Mann Stellung gegen die aufkommenden Nationalsozialisten bezog. Nach der Machtergreifung Hitlers kehrte er von einer Vortragsreise im Ausland nicht mehr nach Deutschland zurück.
Als auch seine Werke 1933 von den Nazis verbrannt wurden, schloss sich Mann dem Kreis deutscher Emigranten an, die in den USA Zuflucht suchten. |
Der in der ganzen Welt respektierte Nobelpreisträger wurde zu einer der führenden Köpfe der literarischen Opposition im Exil. In Rundfunkansprachen wandte er sich an "Deutsche Hörer" und rief zum Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur auf.
Mann wurde 1944 amerikanischer Staatsbürger und unterstützte den Wahlkampf des demokratischen Präsidenten Roosevelt. Erst vier Jahre nach Kriegsende besuchte er Deutschland. Als er im Rahmen der McCarthy-Kampagne in den USA als Mitläufer des Kommunismus angeklagt wurde, kehrte er 1952 nach Europa zurück - in die Schweiz. Kurzbiografie  | 1875 am 6. Juni Geburt in Lübeck als Sohn einer Großbürgerfamilie |  | 1894 Umzug nach München, Versicherungsangestellter erste literarische Veröffentlichungen |  | 1895 freier Schriftsteller und Journalist |  | 1998-1900 Lektor und Korrektor der Satirezeitschrift Simplicissimus
|  | 1901 Großer Erfolg des Familienromans Buddenbrooks |  | 1905 Heirat mit Katja Pringsheim |  | 1912 Der Tod in Venedig (Erzählung) |  | 1918 Betrachtungen eines Unpolitischen: Mann verteidigt die Monarchie und unterstützt den deutschen Kriegseinsatz |
 | 1922 Wandlung zum Demokraten |  | 1924 Der Zauberberg (Roman) |  | 1929 Literaturnobelpreis |  | 1930 Deutsche Ansprache - Mann appelliert an die Vernunft und stellt sich gegen die aufkommenden Nationalsozialisten Die Erzählung Mario und der Zauberer spiegelt Demagogie und Massenverführung des (italienischen) Faschismus. |  | 1933 Nach der Machtergreifung der Nazis kehrt Mann von einer Europareise nicht mehr nach Deutschland zurück.
|  | 1936 Öffentliche Absage an NS-Deutschland, Aberkennung von Manns deutscher Staatsbürgerschaft |  | 1938 Emigration nach Princeton (USA), Gastprofessur |
 | 1940-45 Reden im deutschen Programm der BBC an "Deutsche Hörer" |  | 1944 amerikanische Staatsbürgerschaft |  | 1949 erster Besuch in Deutschland nach dem Krieg
|  | 1952 wird Mann von einem US-Politiker als "Mitläufer des Kommunismus" bezeichnet Rückkehr nach Europa. Mann lässt sich in der Schweiz nieder. |  | 12. August 1955 Tod in Zürich |
Linktipps  | Kurzbiografie mit wichtigsten Karrierestationen und Werkveröffentlichungen Zahlreiche Querverweise zu Zeitgenossen und -Themen O-Ton: Ansprache "Deutsche Hörer" |
 | Das Bundesarchiv veröffentlicht ein handschriftliches Schreiben Thomas Manns an den Reichsminister a.D. Erich Koch-Weser (Chicago, 30. März 1944). |
|