Thomas Mann

Zur Emigration wurde er von seinen Kindern überredet, und erst nach Jahren unterstützte Mann die Arbeit deutscher Exil-Literaten gegen das Regime in Deutschland. Dann aber stellte er seinen Ruf und seine Stimme zur Verfügung und wandte sich in monatlichen Ansprachen an "deutsche Hörer".
 
 
 
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Klick zum vergrößernThomas Mann 1875-1955
Lange bekannte sich der Schriftsteller zu seiner unpolitischen Haltung - im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich. Dies änderte sich erst in der Weimarer Republik, als Mann Stellung gegen die aufkommenden Nationalsozialisten bezog. Nach der Machtergreifung Hitlers kehrte er von einer Vortragsreise im Ausland nicht mehr nach Deutschland zurück.

Als auch seine Werke 1933 von den Nazis verbrannt wurden, schloss sich Mann dem Kreis deutscher Emigranten an, die in den USA Zuflucht suchten.
 
Der in der ganzen Welt respektierte Nobelpreisträger wurde zu einer der führenden Köpfe der literarischen Opposition im Exil. In Rundfunkansprachen wandte er sich an "Deutsche Hörer" und rief zum Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur auf.

Mann wurde 1944 amerikanischer Staatsbürger und unterstützte den Wahlkampf des demokratischen Präsidenten Roosevelt. Erst vier Jahre nach Kriegsende besuchte er Deutschland. Als er im Rahmen der McCarthy-Kampagne in den USA als Mitläufer des Kommunismus angeklagt wurde, kehrte er 1952 nach Europa zurück - in die Schweiz.
 
Kurzbiografie 
 
1875 am 6. Juni Geburt in Lübeck als Sohn einer Großbürgerfamilie
 
1894 Umzug nach München, Versicherungsangestellter
erste literarische Veröffentlichungen
 
1895 freier Schriftsteller und Journalist
 
1998-1900 Lektor und Korrektor der Satirezeitschrift Simplicissimus
 
1901 Großer Erfolg des Familienromans Buddenbrooks
 
1905 Heirat mit Katja Pringsheim
 
1912 Der Tod in Venedig (Erzählung)
 
1918 Betrachtungen eines Unpolitischen: Mann verteidigt die Monarchie und unterstützt den deutschen Kriegseinsatz
 
1922 Wandlung zum Demokraten
 
1924 Der Zauberberg (Roman)
 
1929 Literaturnobelpreis
 
1930 Deutsche Ansprache - Mann appelliert an die Vernunft und stellt sich gegen die aufkommenden Nationalsozialisten
Die Erzählung Mario und der Zauberer spiegelt Demagogie und Massenverführung des (italienischen) Faschismus.
 
1933 Nach der Machtergreifung der Nazis kehrt Mann von einer Europareise nicht mehr nach Deutschland zurück.

 
1936 Öffentliche Absage an NS-Deutschland, Aberkennung von Manns deutscher Staatsbürgerschaft
 
1938 Emigration nach Princeton (USA), Gastprofessur
 
1940-45 Reden im deutschen Programm der BBC an "Deutsche Hörer"
 
1944 amerikanische Staatsbürgerschaft
 
1949 erster Besuch in Deutschland nach dem Krieg

 
1952 wird Mann von einem US-Politiker als "Mitläufer des Kommunismus" bezeichnet
Rückkehr nach Europa. Mann lässt sich in der Schweiz nieder.
 
12. August 1955 Tod in Zürich
 
 
Linktipps 
 
Kurzbiografie mit wichtigsten Karrierestationen und Werkveröffentlichungen
Zahlreiche Querverweise zu Zeitgenossen und -Themen
O-Ton: Ansprache "Deutsche Hörer"
 
Das Bundesarchiv veröffentlicht ein handschriftliches Schreiben Thomas Manns an den Reichsminister a.D. Erich Koch-Weser (Chicago, 30. März 1944).
 
 
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