Kurt Tucholsky

Tucholsky schrieb gegen die aus dem Kaisserreich übernommene obrigkeitsstaatliche Einstellung der Weimarer Republik an, gegen alte und neue Nationalisten und rachelüsterne Kriegstreiber. Bereits Jahre vor der Machtübernahme der Nazis emigrierte er nach Schweden.
 
 
 
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Die Suche nach der Identität in der zerissenen Nachkriegsgesellschaft der Weimarer Republik ist ein Hauptthema Tucholskys, dessen bissige Satiren u.a. unter den Pseydonymen Peter Panther, Theobald Tiger, Kaspar Hauser und Ignaz Wrobel erschienen.

Vor allem aber war Tucholsky, der als Soldat am ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, überzeugter Pazifist und Antimilitarist.
 
Er schrieb gegen die aus dem Kaisserreich übernommene obrigkeitsstaatliche Einstellung der Weimarer Republik an, gegen alte und neue Nationalisten und rachelüsterne Kriegstreiber.
Unter seiner Herausgeberschaft wurde die Theaterzeitschrift "Weltbühne", für die u.a. auch Erich Kästner schrieb, zum Organ der linken Intellektuellen der Weimarer Republik.

Bereits 1929 emigrierte Tucholsky, der den Aufstieg der Nationalsozialisten miterlebte und an der Autoritätshörigkeit und Passivität der Sozialdemokraten verzweifelte, nach Schweden. 1933 verbrannten die Nazis in Deutschland seine Bücher. Tucholsky starb zwei Jahre später an den Folgen eines Selbstmordversuchs.
 
Kurzbiografie 
 
9. Januar 1890 Geburt als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Berlin
 
ab 1909 Jurastudium in Berlin und Genf
 
1912 Rheinsberg - ein Bilderbuch für Verliebte (Kurzroman)
 
1913 Literatur- und Theaterkritiker der Schaubühne (ab 1918 Weltbühne)
 
1915 Einberufung zum Heer, Teilnahme am 1. Weltkrieg
 
1918 Chefredakteur der Berliner Zeitschrift Ulk
 
1923 Volontär und Privatsekretär in einem Berliner Bankhaus
 
1924 Paris-Korrespondent der Weltbühne und der Vossischen Zeitung
 
1926 Herausgeber der pazifistischen "Weltbühne"
 
1927 Ein Pyrenäenbuch (Reisebericht)
 
1928 Mit 5 PS (Sammelband)
 
1929 Deutschland Deutschland über alles (Texte, Collagen) - ein "Bilderbuch" zur Lage von Staat und Nation
Emigration nach Schweden
 
1931 Schloss Gripsholm (Roman)
 
1933 Bücherverbrennungen in Deutschland. Auch Tucholskis Werke weren vernichtet.
Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft
 
21. Dezember 1935 Tod im schwedischen Exil
 
 
Linktipps 
 
Kurzbiografie, zahlreiche Querverweise, ausführliche Informationen zu "Deutschland Deutschland über alles"
 
Umfangreiches Informationsangebot zu Tucholsky und zu den Aktivitäten der Tucholsky-Gesellschaft.
 
Schülerseite, Kurzbiografie mit Abbildungen
 
 
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