|  | Von einer kaum bekannten Berliner Schauspielerin wurde Marlene Dietrich in kürzester Zeit zum Weltstar: als Lola Lola im Blauen Engel von Joseph von Sternberg. Diese Rolle prägte ihr Image entscheidend: die kühle, berechnende und dabei äußerst attraktive femme fatale.
Während der Blaue Engel 1930 in Deutschland ein riesiger Erfolg wurde, drehte Marlene bereits in Hollywood mit Gary Cooper. |
Verlockende Angebote der deutschen Nationalsozialisten, die eine Gallionsfigur für ihre Filmprodukton suchten, lehnte Marlene Dietrich mehrfach ab. Stattdessen drehte sie mit den bedeutendsten Hollywood-Regisseuren ihrer Zeit (Orson Welles, Alfred Hitchcock, Billy Wilder und Ernst Lubitsch - die letzten beiden waren ebenfalls deutsche Emigranten).
Obwohl NS-Propagandaminister Goebbels sie mehrfach zur Rückkehr zu bewegen versuchte, nahm Marlene Dietrich 1939 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Während des Krieges unterstützte sie die amerikanischen Soldaten, machte Truppenbesuche und rief zum Kampf gegen das Nazi-Regime auf.
Die Deutschen verziehen ihr dieses Engagement nicht: Nach dem Krieg wurde Marlene Dietrich als Verräterin beschimpft und während einer Deutschlandtournee 1960 mit Ablehnung empfangen.
Kurzbiografie  | 27. Dezember 1901 Geburt in Berlin als Marie Dietrich |  | 1918-21 Internatsauftenthalt in Weimar, Ausbildung zur Konzertgeigerin |  | 1922 erste Theaterrolle in der Max-Reinhardt-Inszenierung von "Der Widerspenstigen Zähmung" |  | 1923 erste kleine Filmrollen
|  | 1930 Durchbruch mit der Hauptrolle "Lola Lola" im Sternberg-Film Der blaue Engel Unmittelbar nach der deutschen Premiere unterschreibt Marlene Dietrich bei Paramount und geht nach Hollywood
|  | 1936 Ablehnung eines Angebots von Goebbels: 200 000 Reichsmark pro Film und freie Wahl des Stoffs |  | Dreharbeiten mit den Regisseuren Ernst Lubitsch, Billy Wilder, Alfred Hitchcock und Orson Welles |  | 1937 Erneute Angebote der Nazi-Machthaber während eines Deutschlandaufenthalts. Marlene lehnt ab. |
 | 1939 Annahme der amerikanischen Staatsbürgerschaft |  | 1943/44 Truppenbesuche, Auftritte vor amerikanischen Soldaten in Nordafrika, Italien und Frankreich |  | 1960 Europatournee, Rückkehr nach Deutschland. Marlene Dietrich wird als Landesverräterin abgelehnt. |  | bis 1975 weltweite Erfolge |  | 1976 Rückzug ins Privatleben |  | 1978 letzter Filmauftritt |  | 6. Mai 1992 Tod in Paris, Beisetzung in Berlin |
Linktipps  | Tabellarische Kurzbiografie mit allen bedeutenden Karrierestationen, Querverweise und Links aus den Bereichen Politik und Kino. Filmausschnitt aus dem Blauen Engel. |  | Web-Site des Hagener Stadtmuseums, virtueller Rundgang zur Marlene-Dietrich-Ausstellung 1998/99. Immer noch aktuell - Biografie, Fotos
|  | Biografie, Fotosammlung, Film- und Songverzeichnis
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